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Gemeinsam stark: #wirlaufenfuertrier - Tipps für Läufer (32)

Laufkolumne : Gemeinsam stark: #wirlaufenfuertrier

Die Weihnachtstage stehen vor der Tür. Höchste Zeit, anderen und sich selbst etwas Gutes zu tun. Was das sein könnte, weiß TV-Laufkolumnist Rainer Neubert.

Läufer sind eine starke Gemeinschaft. Die ursprünglichste Art der Fortbewegung verbindet Jung und Alt. Längst sind auch Grenzen zwischen den Geschlechtern überwunden, die es tatsächlich bis in die 1970er Jahre gegeben hat. So ist es heute kaum zu glauben dass die in Deutschland geborene Karin Switzer noch 1967 beim Boston Marathon vor der körperlichen Gewalt des Renndirektors geschützt werden musste, der sie von der Strecke drängen wollte. Gemeinsam mit Begleitern trotzte sie dem damals geltenden Startverbot und erreichte als erste Frau das Ziel eines Marathons, in einer Zeit von 3:21 Stunden.

Frauen durften damals offiziell nicht weiter als 1,5 Meilen oder 2,4 Kilometer laufen. Die Begründung dafür ist aus heutiger Sicht ein schlechter Scherz: Weitere Strecken könnten sie unfruchtbar machen, vermännlichen oder gar dazu führen, dass sich die Gebärmutter löst. 

Zum Glück sind solche Dinge danach sehr schnell in der Mottenkiste patriarchalischer Verwirrungen verschwunden. Am Boston Marathon nehmen heute mehr Frauen als Männer teil. Wenn er denn starten könnte. Die Corona-Pandemie macht nach wie vor allen Laufveranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Mindestens bis zum Frühsommer lautet für alle Laufbegeisterte das Motto: Vereinzelung! Wer dennoch nicht auf eine Medaille verzichten will, kann unter einer Reihe von virtuellen Laufveranstaltungen wählen. Wesentlich sinnvoller ist es aber, sich das Startgeld zu sparen und gemeinsam mit anderen Läufern etwas Gutes zu tun. Wie gut das funktioniert, hat bereits im Sommer der Hospizlauf gezeigt. Nach der schrecklichen Amokfahrt in Trier geht es nun darum, unter #wirlaufenfuertrier Geld für die geplante Stiftung für die Opfer zu sammeln. Der große Vorteil auch hier: Walker, Radsportler und Wanderfreunde können ebenfalls eine Spende für die von ihnen zurückgelegte Strecke auf das Konto bei der PSD Bank überweisen, die alles verdoppeln will (PSD Bank Trier, Empfänger: WirlaufenfürTrier IBAN: DE19 3706 0993 5660 6536 00).

An Heiligabend ist offiziell der letzte Tag der Benefizaktion. Ich werde mich noch mal aufmachen und Kilometer sammeln. Natürlich hoffe ich auf viele Mitstreiter. Einen besseren Start in die Weihnachtstage gibt es schließlich nicht!

laufen@volksfreund.de

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