Hammermann

Viele Läufer haben schon Bekanntschaft mit ihm gemacht. Der "Mann mit dem Hammer" lauert auf langen Strecken. Dass man etwas dagegen tun kann, diesem unliebsamen Zeitgenossen zu begegnen, weiß TV-Kolumnist Rainer Neubert.



Der Mann mit dem Hammer ist ein fieser Zeitgenosse. Gemeinhin begegnet er Marathonläufern zwischen Kilometer 30 und 35 und nimmt dem Sportler mit einem Schlag alle Energie. Anderen lauert der Fiesling bereits viel früher auf in der Absicht, alle Vorsätze von einem guten Wettkampf zu zerstören.

Bei Radfahrern hat sich für dasselbe Phänomen der Begriff "Hungerast" durchgesetzt. Denn das plötzliche Gefühl der Schwäche hat mit der Verbrennung des Körpers von Kohlehydraten und Fetten zu tun. Wer schlecht trainiert, zu wenig gegessen und getrunken hat oder ein Rennen zu flott angeht, verbrennt schon zu Beginn zu viele "schnelle" Kohlehydrate.

Der Körper muss auf die trägere Fettverbrennung umstellen, die mehr Sauerstoff benötigt. Unweigerlich muss dann das Tempo reduziert werden. Mit langen Läufen, wie sie für die Vorbereitung von Halbmarathon- und Marathonläufen üblich sind, lernt der Körper, bei gleichem Tempo mehr Fette zu verbrennen. Der Kohlehydratspeicher reicht dann im Wettkampf für mehr Kilometer.

Mir ist der Hammermann zum Glück noch nicht begegnet. Ich werde darauf auch gerne in Zukunft verzichten. Das bezieht sich allerdings nicht auf meine Kollegin Katharina, die den Hammermann als Namen trägt. Mit ihrer täglichen Kolumne zur Heilig-Rock-Wallfahrt absolviert sie derzeit einen ganz anderen Marathon. Ich wünsche ihr viel Energie und Kreativität, um diese Herausforderung zu meistern.

P.S.: Das Gehirn bezieht seine Energie vollständig aus Kohlehydraten. Sollten Marathonläufer also weniger denken?