Ich hab' Wade

Wer einmal mit heftigen Krämpfen gelaufen ist, weiß, dass der Spaß eine Ende hat. Viele Läufer beugen deshalb vor. Auch TV-Laufkolumnist Rainer Neubert kann auf ein erneutes schmerzhaftes Erlebnis dieser Art verzichten.

Frei nach Horst Schlemmer alias Hape Kerkeling, dem Kollegen vom Grevenbroicher Tagblatt, würde ich sagen: "Ich hab' Wade!" Ein kleines Andenken an den Monschau-Marathon am Sonntag, der zwar landschaftlich wunderschön ist, allerdings auch mit mehr als genug Höhenmetern glänzt.

Zum Glück ist es nur Muskelkater, der meine Schritte etwas hölzern werden lässt. Von den gefürchteten Krämpfen bin ich verschont geblieben. Denn das war nach dem persönlichen Langstrecken-Waterloo beim Hochwald-Marathon im vergangenen Jahr - zehn Kilometer mit krampfenden Wadenmuskeln - meine große Sorge. Offenbar nicht nur meine, wie die Resonanz in meinem Laufblog und in den sozialen Netzwerken zeigt. Was hilft gegen Wadenkrämpfe? Die Antworten auf diese Frage waren zahlreich - und nicht immer hilfreich. Verkürzt wiedergegeben konzentrieren sich die Tipps auf: gesunde Ernährung, Magnesium, Kalzium und Kalium als Ergänzungsmittel sowie ausreichende Salzzufuhr vor dem Lauf.

Seit Sonntag kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, was wirkt: Viel mineralstoffreiches Mineralwasser schon in der Vorbereitung (die besten Sorten kommen aus der Eifel), vier Stunden und noch einmal 30 Minuten vor dem Lauf eine Salztablette mit viel Flüssigkeit. Das hat getaugt und wird weiterhin praktiziert. Einen geschätzten Kollegen muss ich allerdings an dieser Stelle enttäuschen. Seinen Ratschlag - "am sichersten gegen Wadenkrämpfe hilft das Unterlassen übermäßiger Laufbewegungen" - werde ich ignorieren müssen.