Jung geblieben

Die Zeit schreitet voran, unaufhörlich. Läufern wird das vor allem deutlich, wenn sie in eine andere Altersklasse wechseln. Beim Mitternachtslauf in Kröv gibt es allerdings nur eine Altersschranke. Das weiß TV-Laufkolumnist Rainer Neubert.

Von M30 über M40, M50 wächst die Zahl hinter dem Buchstaben für das Geschlecht, bis die Beine nicht mehr genug tragen, um bei einem Volkslauf zu starten. Einziger Vorteil dieser dezimal gesteuerten Verschlechterung der Aussichten auf neue Bestzeiten ist die Tatsache, dass ab einem gewissen Alter die Zahl der Mitbewerber um eine vordere Platzierung abnimmt. Denn wer es in jungen Jahren mit der Ausbeutung seines Körpers nicht übertreibt, kann sehr lange mit Freude seine Laufschuhe schnüren. Aber auch wenn kein Wechsel in eine neue Altersklasse bevorsteht, ist da eine Veranstaltung, bei der Teilnehmer, die mehr als 40 Lenze zählen, ins Grübeln kommen: der "Lauf der Junggebliebenen" in Kröv beim Mitternachtslauf. Wer da älter als 40 Jahre ist, darf nur mit Ausnahmegenehmigung im Hauptlauf starten. Im vergangenen Jahr hatte der Turnverein Kröv ausprobiert, Junge und Junggebliebene auf den Rundkurs zu schicken. Das glich ab den ersten Überrundungen ein wenig dem Stiertreiben durch Pamplona. Am Samstag wird wieder getrennt gestartet: um 21.30 Uhr die Gruppe der lebenserfahrenen Sportler, um 23 Uhr die Jungspunde, von denen allerdings einige die 9,1 Kilometer lange Strecke erst zum Mitternachtsfeuerwerk bewältigt haben werden. Alter ist relativ. Auch das lehrt dieser Lauf. laufen@volksfreund.de