Kein Treppenwitz

Wer flach läuft, kann auch schnell laufen. Aber um wirklich schnell zu werden, bieten sich Trainingseinheiten in hügeligem Gelände an, oder auf langen Treppen, wie TV-Laufkolumnist Rainer Neubert empfiehlt.


Treppen sind ein prima Sportgerät. Wer das nicht glaubt, sollte mal im Laufschritt mehr als 20 Stufen hinaufeilen. Ungeübten ist eine Veränderung der Gesichtsfarbe gewiss. Geübte laufen so ein Treppchen gleich mehrfach, um die Kondition zu stärken. Oder sie suchen sich ein ausgewachsenes Exemplar. Rekordhalter sind die 1600 Stufen des Empire State Buildings. Der deutsche Treppenkönig Thomas Dold bewältigte die 86 Stockwerke in New York in 10 Minuten und 10 Sekunden und gewann damit das seit 36 Jahren stattfindende Rennen zum siebten Mal in Folge. Scheinbar endlose Treppen für mutige Läufer gibt es aber auch in unserer Region. In Kanzem, Ayl oder Saarburg zum Beispiel. Erfolgsorientierte Trainer scheuchen ihre Laufschäfchen auch gerne von Trier-Pallien zum Weisshaus hinauf. Ein noch höheres Ansehen haben Treppen im Norden der Republik. In Oldenburg zum Beispiel - so eine Erkenntnis meines Herbsturlaubs - ziehen die Stufen unter der Autobahnbrücke über den Fluss Hunte die fitteren Flachländer fast magisch an. Thomas Dold würde darüber vermutlich schmunzeln und das Treppchen im Rückwärtsgang erklimmen. Für uns zählt das nicht. Schließlich ist Dold, der auch schon beim Trie rer Silvesterlauf am Start war, Weltmeister im Rückwärtslauf.