Krasse Typen

Über Laufstil und die richtige Haltung sind schon jede Menge Bücher geschrieben worden. Dennoch ist es immer wieder eine Freude, sich mit diesem Thema zu befassen. Das meint auch TV-Laufkolumnist Rainer Neubert

Immer wieder kursieren im Fratzenbuch und anderen Spielarten des weltweiten Netzes mehr oder weniger kuriose Filmchen und Einlassungen über Läufertypen. Da ist die Rede von Halbmarathon-Typen, Eisenmännern, Trippelschrittlern, Plattfußplatschern, Fersenstampfern, Satellit-Gesteuerten, Springböcken, Gehläufern oder Wagenschiebern. Wer im wirklichen Leben darauf blickt, wie sich die Republik joggend bewegt, wird noch mehr bildhafte Beschreibungen finden. Denn so vielfältig wie die Laufbekleidung sind die individuellen Bewegungsabläufe.
Wer dann auch noch die Möglichkeit hat, einer Trainingsgruppe bei Koordinationsübungen oder Lauf-ABC zuzusehen, wird überrascht sein. Nicht alles davon taugt dazu, in einem Video der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Aber bekanntlich ist nicht jeder Meister vom Himmel gefallen. Und auch erfahrene Läufer können die Sache mit der Körperkontrolle gar nicht oft genug üben. Wer aber dann nach Hopserläufen, Kniehebeübungen, Anfers-Varianten, Strecksprüngen und Co. endlich loslaufen darf, wundert sich darüber, wie verändert sich das anfühlt. Es sieht auch viel besser aus als vorher.
Mein Lieblingsläufertyp ist - aus eigener Betroffenheit - übrigens der sogenannte Sitzläufer. Mit seiner durch überlanges Sitzen verkürzten Beinmuskulatur sieht er so aus, als könnte man ihm jederzeit einen Schreibtischstuhl unters Gesäß schieben. Mit Laufkoordination alleine ist bei degenerierten Streckern nicht mehr zu helfen. Dann hilft nur noch das Dehnen. Aber das ist eine andere Geschichte.