Kribbeln in den Füßen

Natural Running ist ein neuer alter Trend im Laufsport. Laufportal-Kolumnist Rainer Neubert machte spontan bei einem Trainingslauf einen Test: Laufen ohne Schuhe.

Monotones Laufen ist out. Wer wirklich Spaß haben will, wechselt zwischen langen und kurzen Touren, bei Streckenwahl und Profil - vielleicht streut er auch Einheiten als Tempodauerläufe oder Intervalltraining ein.
Inspiriert von einigen Bekannten habe ich am Montag kurz entschlossen auf dem zwei Kilometer langen Waldstück meiner Hausrunde im Trierer Tiergartental Schuhe und Socken ausgezogen, in die Hände genommen und das Gefühl des Barfußlaufens gespürt. Danach kribbelten etwas die Fußsohlen, was die nachhaltigen Eindrücke dieser Trainingseinheit aber nur verstärkte. Denn die Umstellung des Laufstils auf den Vorderfuß erfolgte unmittelbar. Steinchen und Stöckchen ab und an machten zwar ein vorsichtiges Vorankommen notwendig. Schaden nahmen die zunehmend durchbluteten Fußsohlen allerdings nicht. Das Laufen mit Schuhen an den Händen ist zudem kommunikativ. Die drei Spaziergänger auf der Strecke konnte ich jedenfalls nicht ohne Wortwechsel passieren. Was aber am meisten beeindruckte, waren die zwei Schlusskilometer mit wieder korrekt getragenem Schuhwerk: Automatisch die Vorderfußtechnik beibehaltend, leicht vorgebeugt, mit hoher Schrittfrequenz, verliefen die flott und leichtfüßig. Angesichts des nicht so heftig erwarteten Nachklingens in Fußgelenken und Waden war der Schritt am Dienstag allerdings deutlich träger. Ein Warnsignal: Nur nichts übertreiben! Dennoch. Ich werde nun ab und zu die Schuhe ausziehen. Und im Sommer gönne ich mir dann einen Schutz für die Fußsohle. laufen@volksfreund.de