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Laufkolumne im Treirischen Volksfreund: Der Nebel lichtet sich

Auf dem Laufenden : Der Nebel lichtet sich

Wer in einem Flusstal lebt, hat als Läufer den Vorteil, dass er im Flachen trainieren kann. Im Herbst und im Winter muss er dafür allerdings oft Nebel in Kauf nehmen.

Wer im Tal lebt und den Weg auf die Höhen nicht scheut, kann an Tagen wie diesen dennoch auf die Nebel­decke blicken. Es gibt kaum schönere Momente, als im Laufschritt die Nebelgrenze zu durchbrechen. Besonders am frühen Morgen sind die Sonnenaufgänge dann purer Genuss. Wenn dann auch noch nach einer eiskalten Nacht der Boden gefroren ist und bei jedem Schritt das knirschende Geräusch der unter den Schuhen brechenden Erdkrumen die Lautstärke des eigenen Atems übertönt, kann es keine bessere Bestätigung dafür geben, dass es richtig war, sich aus der warmen Stube zu wagen.

Von den Vorteilen des Zwiebelprinzips war an dieser Stelle schon mehrfach die Rede. Deshalb nur kurz die Erinnerung: Wer bei Minustemperaturen Sportbekleidung in mehreren dünnen Schichten trägt, ist klar im Vorteil und kann sich später bei Bedarf sogar die Jacke um die Hüfte binden, sofern es tatsächlich dafür warm genug ist. Als Maßstab für das richtige Maß bei der Kleidungswahl gibt es ebenfalls einen wertvollen Tipp: Wer vor dem Sport ins Freie tritt, sollte das Gefühl haben, dass es ein wenig zu kühl ist. Dünne Handschuhe, Mütze und ein Schlauchtuch gehören bei tiefen Temperaturen zur Grundausstattung. Das Tuch kann bei Bedarf auch als Schutz gegen zu kalte Atemluft über Mund und Nase gezogen werden.

So ausstaffiert, wird der Freiluftsport auch bei tiefen Minustemperaturen zu einem gesunden Unterfangen. Dass Laufen sogar bei -18 Grad möglich ist, habe ich bei einem extrem kalten Winter vor einigen Jahren ausprobiert. Wenn der Mundschutz zum Eispanzer wird und nur eine Skibrille die in Eis verwandelnden Tränen verhindern kann, ist der Spaßfaktor allerdings deutlich reduziert.

Wer sich trotz all dieser Tipps nicht aufraffen kann, hat aber noch einige Wochen Zeit, um sich auf die neue Laufsaison vorzubereiten. Eine ausgewählte Schar besonders motivierter Hobbyläufer nutzt dazu im Winter die Crosslaufserien in der Region. Weniger ambitionierte Zeitgenossen laufen alleine, in der Gruppe und vor allem mit dem Ziel, sich fit zu halten und Spaß zu haben.

Tempo ist nicht alles, es ist noch Zeit: Die Straßenlaufsaison in der Region startet mit dem Fährturmlauf in Schweich am 21. März. Die schnellen Halbmarathonis haben dann ihre Rheinland-Meisterschaften im IRT-Park Föhren schon eine Woche hinter sich. Und dann ...Wer wissen will, welche Veranstaltungen noch im Laufe des Jahres 2020 warten, sollte am Samstag den Trierischen Volksfreund lesen. Da gibt es wieder die Doppelseite mit allen Terminen. Die eisig kalten Tage sind dann vermutlich schon wieder Geschichte.

r.neubert@volksfreund.de