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Laufkolumne Trierischer Volksfreund. Besser einsam als gemeinsam

Auf dem Laufenden : Besser einsam als gemeinsam

Nach der urlaubsbedingten Pause ist der TV-Laufreporter zurück auf den heimischen Strecken. Dort ist in der Corona-Krise mehr los als davor. Beobachten lassen sich ungewöhnliche Dinge.

In den sozialen Medien herrscht derzeit noch mehr Betrieb als in der Zeit vor Corona. Witzige und zumindest witzig gemeinte Texte und Bilder zum Virus und den Folgen überschwemmen das Netz. Illegale Straßenrennen 2019 und 2020 – so ist zum Beispiel eine Bildmontage betitelt. Auf dem einen Bild sind Autoboliden zu sehen, die in einer Reihe auf die grüne Ampel warten. Das andere Foto der aktuell verbotenen Aktion zeigt drei gut gelaunte Läufer, die gemeinsam unterwegs sind.

Die Absage sämtlicher Gruppen-Aktivitäten und Volksläufe ist für viele Läufer tatsächlich eine traurige Sache. Einsam statt gemeinsam lautet derzeit die Devise. Zum Schutz vor Covid-19 ist das sinnvoll und notwendig. Zumindest als Duo mit gebührendem Abstand sind Aktivitäten an der frischen Luft aber noch möglich und sinnvoll. Die Bewegung zu Fuß oder mit dem Fahrrad war nie so wertvoll für die körperliche und seelische Gesundheit wie in diesen Tagen.

Das haben in der zweiten Woche der verordneten Kontaktvermeidungen tatsächlich viele Menschen erkannt, die sonst nicht auf den Laufstrecken unterwegs sind. Ich habe zumindest nie davor so viele Menschen in Trainingsanzügen aus Ballonseide gesehen wie in diesen Tagen. Nie davor stimmt natürlich nicht, denn in den 70er und 80er Jahren waren diese Sachen modern und möglichst bunt. Warum also sollen die Fitnessklamotten von damals nicht für den Neustart in den Laufsport taugen?

Gut so! Wer mit Bedacht wieder einsteigt, wird schnell merken, dass sich seine Kondition verbessert. Zwei bis drei Mal pro Woche die Laufschuhe zu schnüren, ist eine sehr sinnvolle Sache. Auch alleine macht das Spaß, gerade im Frühling, wenn die Natur erwacht.

Eine Bitte habe ich allerdings: Am Wochenende werden die Temperaturen über die 20 Grad-Marke steigen. Die Trainingsjacken können dann zu Hause bleiben. Auf den Anblick von Feinripp-Unterhemden würde ich aber gerne verzichten.

laufen@volksfreund.de