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Laufkolumne Trierischer Volksfreund: Ohne Schuhe läuft meist nichts

Laufkolumne : Ohne Schuhe läuft meist nichts

Manchmal müssen Dinge neu ausgerichtet werden. Das gilt auch für die Laufkolumnen im Trierischen Volksfreund. Die werden ab sofort stärker den Mehrwert für Läufer und alle, die es werden wollen, in den Fokus stellen. Zum Start bietet sich ein Blick in die Anfänge des Laufsports an.

Unsere Urahnen hatten kein leichtes Leben. Aber bei einigen Dingen waren sie im Vergleich zu uns klar im Vorteil. So war die Fähigkeit, lange Strecke mit konstanter Geschwindigkeit zu laufen, ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Menschheit. Denn kein Tier konnte in der afrikanischen Savanne den ausdauernden Jägern entkommen.

Die eigenen zwei Beine waren über Zehntausende Jahre das wichtigste Fortbewegungsmittel. Meldeläufer gab es bis ins späte Mittelalter, als Pferde und Kutschen den Transport von Informationen bequemer machten.

Der bekannteste Meldeläufer war Pheidippides, der im Jahr 480 vor Christus 42 Kilometer von Marathon nach Athen gelaufen sein soll, um dort die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Perser zu überbringen. Dass er danach tot zusammengebrochen sein soll, ist Marathonläufern heute Mahnung, sich gut vorzubereiten und vor allem das Trinken nicht zu vergessen.

Als die Menschheit also noch überwiegend zu Fuß unterwegs war, geschah dies von Kindheit an, barfuß oder mit sehr einfachem Schutz für die Sohlen. Von stabilisierenden Laufschuhen, Fußbett oder gar medizinischen Einlagen war damals noch nichts bekannt. Weil jeder eine gut trainierte Fuß- und Beinmuskulatur hatte, waren solche Dinge für die allermeisten dieser Zeitgenossen allerdings auch nicht notwendig.

Das ist heute natürlich anders. In der motorisierten Welt ist die Fähigkeit, lange zu laufen, längst verloren gegangen. Ganz zu schweigen von der früheren Selbstverständlichkeit, das barfuß oder nur mit minimalistischem Material an den Füßen zu tun.

Als Freizeitsport in Mode gekommen ist das Laufen in den „zivilisierten“ Ländern erst wieder in den 1960er Jahren, als in den USA der erste „gedämpfte“ Laufschuh erfunden worden war. Es war auch der Beginn einer riesigen Vermarktungswelle mit immer neuen Schuhen für jeden Zweck, jedes Terrain und jede orthopädische Besonderheit. Was es genau mit Pronation, Supination, Stabil-, Bewegungskontroll- und allen möglichen anderen Schuhen auf sich hat, wird in den kommenden Wochen Thema dieser Laufkolumne sein.

laufen@volksfreund.de

Thema der nächsten Kolumne: Alles stabil – Die Sache mit der Stütze.