Kolumne: Auf dem Laufenden : Weiche Knie

Wer kennt nicht dieses Gefühl, als würden die Knie gleich nachgeben? Oft ist das mit besonders emotionalen Erlebnissen verbunden. Ich erinnere mich da an einige gemeinsame Zieleinläufe mit Freunden nach überstandenem Marathon.

Körperliche Erschöpfung kann natürlich auch der Grund für weiche Knie sein.

Nun kommt die Medizin ins Spiel: Wie oft sind extreme Belastungen erlaubt, damit das mit den weichen Knien nicht wörtlich zu nehmen ist? „Chondromalazia patellae“ nennt sich das, wenn die Kniescheibe besonders an der Innenseite die notwendige Härte verliert, um allen Belastungen klaglos Stand zu halten. Es ist eine typische Folge sportlicher Überlastung und fühlt sich nicht nur schmerzhaft an, sondern sieht auch nicht unbedingt beruhigend aus. Zu weicher Knorpel ist nicht das, was für Sportler wünschenswert ist, damit das Kniegelenk „wie geschmiert“ läuft.

Wer bei einer Kniespiegelung die Chance nutzt, den Blick ins eigene Gelenk zu wagen, versteht danach die Zusammenhänge besser. Dank moderner Technik und eigenem Monitor ist das möglich, faszinierend und lehrreich, sofern der Operateur erklärt was er tut. Wichtigste Erkenntnis: So ein Gelenk ist ein komplexes Wunderwerk, das gepflegt werden will. Bewegung gehört dazu, unbedingt, aber zu viel kann auch Schaden anrichten.

Weiche Knie vor und bei der Operation? Keine Ahnung, nach der Rückenmarkanästhesie ist  stundenlang von den Beinen eh nichts zu spüren. Aber das ist eine ganz andere neue Erfahrung.

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