Laufpause

Auch Hobbysportler brauchen Erholung. Deshalb hat sich TV-Laufkolumnist Rainer Neubert für seine Ferienwoche in der Schweiz ein anspruchsvolles Ziel gesetzt: Er wird nicht laufen...

Nein, ich werde in dieser Woche nicht laufen. Wäre ich ein Auto, würde ich von einem hakenden Getriebe sprechen. Es läuft nicht ganz rund seit dem Wadenkrampf-Kampf beim Hochwaldmarathon.

Die rechte Wade, die vor drei Wochen besonders große Anstrengung gezeigt hatte, ihren Aggregatzustand in Beton zu verwandeln, ist wieder in Ordnung. Dafür zeigt sich der linke Hüftbeuger zunehmend unwillig, wenn sein suchtgefährdeter Eigentümer auch jenseits der Zehn-Kilometer-Marke locker seinem Lieblingssport frönen will.

Nun ist der Mensch kein Auto, was den nicht zu unterschätzenden Vorteil hat, dass sein Körper sich in vielen Fällen selbst reparieren kann. Ruhe ist das Mittel der Wahl, wenn Probleme durch Überlastung verursacht worden sind. Der Umstand, eine Woche mit der Familie in einem Bauernhaus auf 1500 Metern Höhe in den Alpen verbringen zu dürfen, erleichtert die Entscheidung pro Pause.

30 Zentimeter Neuschnee bei der Ankunft - da käme nur ein Hardcore-Bergfex auf die Idee, die Laufschuhe zu schnüren! Aber auch Tauwetter und die inzwischen prächtig scheinende Sonne ändern nichts am Vorsatz, es langsam angehen zu lassen. Im wörtlichen Sinne, mit Wanderschuhen und -stöcken, damit es nicht zu anstrengend wird.

In der kommenden Woche heißt es dann wieder: vorsichtig hochschalten, um das Getriebe wieder in Gang zu bringen. Den Werkstattaufenthalt will ich mir schließlich ersparen.

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