Laufzwiebeln

Die leichte Laufbekleidung hat angesichts der kalten Jahreszeit zunächst ausgedient. Laufkolumnist Rainer Neubert hat sich dazu Gedanken gemacht.

Es gibt sie noch, die ganz Harten. Die laufen trotz der mittlerweile winterlichen Temperaturen in kurzen oder halblangen Hosen. Für alle anderen hat aber die Zeit der Laufzwiebeln begonnen: Über die Funktionsunterwäsche kommt eine lange Laufhose, Laufshirt, wahlweise mit langen Ärmeln, die dickere Jacke. Handschuhe und Mütze dürfen nicht fehlen. Die wieder dicker besockten Füße stecken in den stabileren Schuhen. Wer ins Gelände geht, nimmt gerne auch die wasserdichte Variante.
So verpackt, wird die sportliche Betätigung im Freien auch bei minus vier Grad zum Genuss, so wie zu Beginn dieser Woche. Und wenn dann endlich der erste Schneefall die Landschaft in ein Wintermärchen verwandelt, dürfen auch endlich wieder die Schneeketten für die Schuhe zum Einsatz kommen - übrigens ein nicht zu teueres Weihnachtsgeschenk, das mit Sicherheit Läufer, Walker und Spaziergänger begeistert.
-4 Grad - darüber können die Teilnehmer am Polar Bear Marathon im nordkanadischen Städtchen Churchill nur schmunzeln. Beim kältesten Marathon der Welt zeigte das Außenthermometer -41 Grad. Die Zwiebelmontur des einzigen deutschen Teilnehmers zählte über 20 Teile. Das größte Problem war allerdings, Augenbrauen und -Lider vor dem Einfrieren zu schützen. Zumindest das wird uns in diesem Winter an Mosel, in Eifel und Hunsrück vermutlich nicht drohen. Und Polar Bears, also Eisbären, gibt es hier zum Glück auch nicht.