Licht und Schatten

"Wo viel Licht ist, ist starker Schatten." Eines der bekanntesten Zitate von Johann Wolfgang von Goethe lässt sich auch auf Sporttreibende anwenden. Wie so mancher andere Sinnspruch, ist TV-Laufkolumnist Rainer Neubert-

"Wo viel Licht ist, ist starker Schatten." Das lässt sich derzeit nicht unbedingt im wörtlichen Sinne übertragen, angesichts der doch eher karg bemessenen Sonnenstunden in diesen Tagen. Dennoch werfen einige Läufer aus der Region lange Schatten: Florian Neuschwander bei seinem Marathon-Sieg im Ruhrgebiet (2:25:57); Dietmar Bier mit Platz 9 (2:30:27) beim Mainz-Marathon. Birthe Helmes auf Platz 6 (3:05:20) in der Damenwertung desselben Laufs.

Gigantische Zeiten für alle, die schon einmal einen Marathon gefinisht haben. Kaum vorstellbare Leistung für jene, die sich zum Ziel gesetzt haben, irgendwann vielleicht einmal selbst die Königsdistanz von 42 Kilometer in Angriff zu nehmen.

"Man muss nicht unbedingt das Licht des anderen ausblasen, um das eigene Licht leuchten zu lassen." Dieser Sinnspruch des belgischen Seelsorgers Phil Bosmans sollte auch für jene Läufer gelten, die nicht nach sportlichen Maximalleistungen streben. Wir halten es wie der chinesische Philosoph Konfuzius: "Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."

In dem schönen Moselort Kröv gilt das am Pfingstsamstag übrigens nicht nur für Läufer. Beim Mitternachtslauf werden Anwohner und Zuschauer mehr als 1500 Kerzen entzünden, um die Strecke zu erhellen. Viele Lichter - wenig Schatten.