Mehr Hirn für Läufer

Läufer sind schlauer. Vermutet hat TV-Laufkolumnist Rainer Neubert das schon lange. Nun gibt es den Beleg dafür schwarz auf weiß

Mediziner der Universität Bochum haben entdeckt, dass Leistungssportler mehr graue Substanz in bestimmten Hirnregionen vorweisen können als Zeitgenossen, die beim Thema aktiver Sport komplett in die Passivität verfallen.
Die Ergebnisse der Wissenschaftler aus dem Ruhrpott - sie werden in der kommenden Woche bei einer Expertentagung in Leipzig umfassend vorgestellt - sind deshalb so interessant, weil es in der Hirnforschung bis vor einiger Zeit als erwiesen galt, dass sich das erwachsene Gehirn strukturell nicht mehr ändern kann und die Denkprozesse auch deshalb mit zunehmendem Alter langsamer werden.

Jetzt muss anders gedacht werden. Denn nach der Vergleichsuntersuchung von 26 Leistungssportlern und zwölf Nichtsportlern ist nun ein weiterer Beleg dafür gefunden, dass auch im Alter neue und zusätzliche Nervenzellen im Hirn wachsen können. Das traf für alle 13 mittels Computertomografie vermessenen Marathonläufer- und Triathletenhirne zu, ebenso für die 13 untersuchten Kampfsportler, vor allem Judoka und Karateka. Nicht aber für Nichtsportler!
Ob der gemessene Zuwachs der Hirnsubstanz wirklich die Leistung des Arbeitsgedächtnisses verbessert, ist zwar nach der ersten Untersuchungsreihe noch nicht ganz klar. Ich bin mir als denkender Läufer allerdings sicher, dass die geplanten weiterführenden Studien das belegen werden.

Gesichert gilt derweil auch unter Wissenschaftlern, dass regelmäßige sportliche Betätigung nicht nur Muskulatur, Herz und Kreislauf stärkt, sondern auch das Langzeitgedächtnis fördert - das gilt sogar für Walking. Na gut. Solange das bessere Erinnerungsvermögen nicht zu noch mehr Kommunikationsbedarf in den auf meinen Laufwegen stöckelnden Frauengruppen führt, ist das in Ordnung.