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Mehr Licht! Egal wie ... - Tipps für Läufer (Teil 34)

Laufkolumne : Mehr Licht! Egal wie ... – Tipps für Läufer (Teil 34)

Die dunklen Tage nagen an der Laune. Winterdepression nennt sich das. Doch es gibt ein einfaches Rezept dagegen. Laufkolumnist Rainer Neubert erklärt, wie’s funktioniert.

Wenn ich meine Tageslichtlampe einschalte, geht die Sonne auf. Nun ja, nicht wirklich. Aber 10 000 Lux sind doch schon ganz schön hell, besonders an einem dunklen Wintertag. Dann stellt unser Körper die Vitamin-D-Produktion des Körpers ebenso deutlich ein wie die des Glückshormons Serotonin. Ein Grund, warum wir uns an sonnigen Tagen wacher und fitter fühlen, vor allem, wenn wir genügend lange an die frische Luft gehen und die Augen aufmachen.

An einem schönen Sommertag bei blauem Himmel und Sonnenschein wirken tatsächlich bis zu 100 000 Lux auf den Körper. Bei bedecktem Himmel sind es nur etwa 3500 Lux. Wer sich überwiegend in Gebäuden und künstlichem Licht aufhält, bekommt nochmal weniger ab. Weil eine ausreichende Lichtstrahlung aber für die Vitamin-Bildung (vorwiegend UVB-Strahlung über die Haut), für die hormonelle Steuerung von Wach-und-Schlaf-Rhythmus (vor allem über die Augen), zum Knochenerhalt und für das Immunsystem wichtig ist, kann so eine künstliche Lichtdusche per Lampe durchaus als Ergänzung sinnvoll sein – zumal die Gefahr eines Sonnenbrands nicht besteht.

Wesentlich effektiver ist es natürlich, ausreichend lange bei Helligkeit im Freien unterwegs zu sein. Auch an düsteren Wintertagen ist das besser als die beleuchtete Wohnung. Die Kombination von natürlichem Licht, Bewegung und frischer Luft ist das, was Läufer zu besser gelaunten Menschen macht. Nun gut, das funktioniert nicht immer. Aber wenn es auch draußen dunkel ist, bleibt ja zusätzlich die Möglichkeit, 40 Minuten in das weiße Feld der Tageslichtlampe zu starren.

Wichtig für ein gutes Gefühl ist natürlich auch ein guter Schlaf. Was der mit Licht zu tun hat? Sehr viel. Denn der Wechsel zwischen hell und dunkel steuert über die Ausschüttung der Hormone Melatonin und Serotonin den Schlaf-Wach-Rhythmus. Wer also auf die Idee kommt, sich die Lichtdusche am Abend zu gönnen, wird Einschlafprobleme bekommen. Einen ähnlichen Effekt haben übrigens Computerbildschirme und Smartphone-Displays, die üblicherweise einen hohen Anteil von blauem Licht ausstrahlen. Das macht wach.

laufen@volksfreund.de

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