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Müll in der Landschaft – Plogging statt Selbstjustiz

Laufkolumne (45) : Müll in der Landschaft – Plogging statt Selbstjustiz

Dreck in der Landschaft stört nicht nur unseren Laufkolumnisten Rainer Neubert. Das zeigen die Reaktionen auf seine Kolumne der vergangenen Woche. Eine Motivation, um das Theam zu vertiefen.

Mit so viel Resonanz habe ich nicht gerechnet. Danke dafür. Und danke für die Bestätigung, dass meine kleine Schimpftirade auf Umweltverschmutzer nicht überzogen war. So verschiebe ich das eigentlich für heute geplante Thema und widme mich noch einmal dem Thema Müll in der Landschaft. Das ist auch eine erneute Chance für die Angesprochenen, ihr Verhalten zu ändern. Denn wie viele Rück­meldungen zeigen, hat nicht nur auf den Wegen meiner Laufrunden die Unsitte zugenommen, leere Getränkedosen, Flaschen, Verpackungen von Lebensmitteln und Süßigkeiten, gebrauchte Masken, Papiertaschentücher und eingetüteten Hundekot einfach liegenzulassen, selbst wenn der nächste Mülleimer nur wenige hundert Meter entfernt die Entsorgung umweltgerecht ermöglichen würde.

Leo Pschebizin hat auf seiner Hausrunde bei Bernkastel-Kues mehr als 80 Belege solcher Schweinereien gezählt, wie er in einem Leserbrief geschrieben hat. Danke auch für diesen Beitrag, der mich darauf bringt, zu Selbsthilfe aufzurufen. Bitte nicht falsch verstehen. Ich meine damit nicht Selbstjustiz bei dem Wunsch, dass jedem illegalen Müllentsorger beim nächsten Mal die Hand abfallen möge. Weil das vermutlich nicht passieren und der Umweltferkel-Nachwuchs kaum komplett zu stoppen sein wird, ermutige ich zum Ploggen.

Schon mal davon gehört? Plogging ist ein sogenanntes Kofferwort, gebildet aus den Bestandteilen „plocka“ (schwedisch aufheben; pflücken) und Jogging. Das funktioniert auch beim Spazierengehen und Wandern. Mülltüte mitnehmen und auf dem Weg einsammeln, was stört. Wer seine Strecken kennt, braucht nicht einmal eine Tüte, sondern greift sich Dosen oder Bonbontütchen und lässt sie im nächsten Müllkorb verschwinden. Zur Belohnung ist die Laufstrecke beim nächsten Mal sauberer. Hoffentlich. Dabei Handschuhe zu tragen ist sinnvoll, besonders bei gebrauchten Taschentüchern und Masken.

Liebe Umweltschweine, falls Ihr das lest: Das ist natürlich keine Ermutigung für Euch, noch gedankenloser Euren Dreck auf Kosten der Anderen zu entsorgen. Sonst muss ich mir das mit der Selbstjustiz noch mal überlegen ...

laufen@volksfreund.de

Demnächst: Shoe(w)time (nächster Versuch)