Nebel, Sonne, Läuferwonne

Der Sommer scheint vorüber. Für Läufer ist das kein wirkliches Problem. Denn der Herbst mit seinen moderaten Temperaturen und prächtigen Farben bringt besonderen Laufgenuss - meint TV-Kolumnist Rainer Neubert

Start im Morgennebel. Ein Shirt mit langen Ärmeln tut angesichts der kühlen Temperaturen gut. Der milchige Fleck am grauen Himmel markiert den Stand der Sonne. Hoch ist die Luftfeuchtigkeit. Die Brille beschlägt, auch wegen der Anstrengung, die der Weg auf die Höhe abverlangt. Alles ist gedämpft. Nur die Geräusche des eigenen Atems und der regelmäßig stampfenden Füße dringen ans Ohr. Dann ein Hauch von Himmelsblau. Die schemenhaften Umrisse nehmen Gestalt an. Erste Sonnenstrahlen durchdringen das Weiß.
Plötzlich ist sie da, auf der Höhe, die ganze Pracht dieses Spätsommermorgens. Azurfarben der Himmel. Die Natur erstrahlt im Licht der tief stehenden Sonne in prächtigen Farben. Unzählige filigrane Spinnenweben mit Tautropfen, die, Miniaturedelsteinen gleich blitzend, Sträucher und Stauden am Wegesrand verzaubern.
Für uns Läufer hat die neue Jahreszeit begonnen. Der heiße und schweißtreibende Sommer ist vorbei. Die vielleicht schönsten Wochen für Freiluftsportler stehen bevor. Und für auch wettkampforientierte Sportler bringt der Herbst nicht nur prächtige Farben, sondern oft sogar den Höhepunkt des Jahres. Für Marathonis kann das der Start in Köln oder Frankfurt sein. Wer Landschaftsläufe liebt, trifft mit dem Spiridon-Volkslauf in Schillingen die richtige Wahl. Der bietet am Samstag im Hochwald Naturgenuss pur. Und wem es dorthin zu weit ist: Auf der anderen Seite der Mosel lockt am selben Tag der Eifelsteiglauf in Gerolstein . Zu hoch übrigens für Talnebel. In beiden Fällen ist Fernsicht garantiert.