Nichts zu kamellen

Die fünfte Jahreszeit ist los. Auch Läufer bleiben davor nicht verschont. Das weiß auch TV-Laufkolumnist Rainer Neubert.

"Du brauchst mal einen neuen Kopf." Mit dieser Aussage hat mich meine Frau jüngst in Verwirrung gestürzt.

Wie meint sie das? Ist ihr mein Aussehen nach den vielen gemeinsamen Jahren nicht mehr frisch genug? Oder meint Sie damit mein Gedächtnis, das mir vor allem im Bezug auf Namen Streiche spielt. Na gut, wohin ich meine Laufhandschuhe gelegt hatte, war mir vor kurzem entfallen. Und meine Uhr habe ich auch schließlich an einem Ort gefunden, wo ich sie ganz und gar nicht vermuten konnte. Oder sollte es als Anspielung für die närrischen Tage gelten, der auch Läufer nicht ganz entrinnen können.

Zumindest dann, wenn sie am Samstag in Wasserliesch starteten. Dort machten sich wieder reichlich närrische Gesellinnen und Gesellen auf, um beim 25. Fastnachtslauf in allen möglichen und unmöglichen Verkleidungen möglichst rasch und mit möglichst viel Spaß die Strecke zu bewältigen. Und damit es wieder ein ausgiebiges Schaulaufen wurde, ging die närrische Hatz im nachmittäglichen Hauptlauf sogar über zwei Runden durch den Ort an der Mosel.

Ich persönlich werde dort nichts zu kamellen haben. Als berufsgeschädigter Journalist gehe ich der Narretei aus dem Weg und habe ganz unspektakulär eine ruhige, aber dafür etwas längere Runde gedreht. So ist mir die Begegnung mit rennenden Hexen und Superhelden zwar entgangen. Bei den aktuellen Wetterkapriolen konnte ich aber durchaus damit rechnen, dass der eine oder andere Schneemann meinen Weg kreuzt. Einen neuen Kopf musste ich übrigens nicht dabei haben. Meine Frau meinte - den Kopf meiner Zahnbürste. Helau!