Nur überleben!

Um Läufershirts gibt es fast so etwas wie einen Kult. Ein Blick auf das, was da auf Brust oder Rücken zu lesen ist, lohnt sich und trägt zur guten Laune bei. Das meint zumindest TV-Laufkolumnist Rainer Neubert.

"Laufen mit Herz", so war auf dem Shirt eines Sportlers zu lesen, der beim Maare-Mosel-Lauf in der Reihe vor mir auf den Startschuss wartete. Vielleicht war er ja für eine Koronarsportgruppe dabei. Fragen konnte ich nicht. Er war zu schnell…
Was da alles werbewirksam oder witzig auf den Synthetik?leibchen von Läufern prangt, ist wirklich beachtenswert. "Der TV bewegt!" - na klar, dieses Wortspiel geht regelmäßig mit mir auf die Strecke. Sofern Sportler nicht ihrem Verein, einer Benefizaktion oder ihrem Sponsor huldigen, sind Finishershirts von erfolgreich überstandenen Wettläufen beliebt, je bunter, je länger und exotischer der Lauf, umso besser.
Mit humorvollen Sprüchen ließe sich derweil ein ganzes Buch füllen: "Quäl dich, Du Sau!" ist ein Klassiker - "Eigentlich wollte ich nur Brötchen holen gehen …" bei einem Marathon allerdings deutlich kreativer. "Zeit egal, überleben ist das Ziel" zeugt von einer realistischen Selbsteinschätzung. "Wer nicht kotzt, läuft nicht am Limit" ebenfalls, dokumentiert allerdings auch einen gewissen Leistungsdruck.
"Ich bin Dein schlechtes Gewissen" als Trikotspruch ist wohl mehr für einen Lauf in bevorzugten Revieren behäbiger Gassigeher geeignet. "Überhol' doch, Du Angeber!", "Schnell kann jeder" oder "Ich keuche nicht, das ist mein Turbo!" spricht für einen gewissen Hang zur Ironie, "Man kann im Schweiß nicht ertrinken" ebenso. Mein persönlicher Favorit unter den Trikotsprüchen? Der hat nur ein Wort: "Vorletzter!"