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Philosophie für Freizeitsportler - Tipps für Läufer (30)

Laufkolumne : Philosophie für Sportbegeisterte

Mantras zur Motivation, also kurze und wiederholte Sätze, die positive Energie bringen, sind eine nützliche Sache. Das . Doch wie in fast allen Lebenslagen darf es auch im Sport durchaus etwas philosophischer zugehen.

Die Redaktion des von mir favorisierten Laufmagazins präsentiert deshalb den Abonnenten in jedem Monat ein eigenes Titelblatt mit einer Weisheit zum Thema.

„Wer die Welt bewegen will, sollte zuerst sich selbst bewegen.“ Dieser Satz des Philosophen Sokrates ist sicher nicht nur wörtlich zu nehmen. Er meint auch die Beweglichkeit des Geistes. Stets starr auf seiner Position zu beharren führt meist nicht zum Erfolg. Daran erinnert auch folgende Redensart, die keinem bestimmten Autor zugeschrieben werden kann: „Mit dem Laufen ist es wie mit dem Leben: Mal geht es bergauf, mal geht es bergab!“

Persönlich stimme ich Michael Mankus, einem Laufcoach und Ultraläufer aus Hamburg, zu: „Beim Laufen kommen mir Gedanken, auf die ich im Sitzen ewig gewartet hätte“, sagt er und beschreibt damit den meditativen und klärenden Effekt der Bewegung in der Natur. George Shechan, ein amerikanischer Arzt und Autor, beschrieb in seinem Buch „Running & Being: The Total Experience“ die positiven Aspekte des Laufsports. „Wir Läufer wissen, dass die meisten, die lebenslänglich sitzen, dazu nicht verurteilt worden sind“, ist eine seiner humorvollen und sehr passenden Feststellungen.

Nicht das Streben nach Bestzeiten bewegt die meisten Läufer, sondern der Wunsch nach Fitness, Spaß und Lebensfreude. „Ob als Erster oder als Letzter – wir überqueren alle dieselbe Ziellinie“, formuliert Dean Karnazas, der mit seinen Leistungen Geschichte schreibt. 1500 Kilometer in 10 Tagen – das zeugt weniger von Geschwindigkeit als von Durchhaltevermögen und mentaler Stärke. Frauen sehen das möglicherweise gelassener. „Renne oft und renne lang, aber nie so viel, dass Du die Freude am Laufen verlierst“, ermahnt die ehemalige Marathon-Eliteläuferin Julie Isphording. Ich persönlich kann das unterstreichen und applaudiere Dieter Baumann: „Laufe heute so, dass du morgen wieder Lust hast zu laufen“, sagt der Olympiasieger und Lauf-Kabarettist. „Ich laufe, also bin ich!“ Wer das gesagt hat, weiß ich allerdings nicht ...

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Nächste Woche: @wir laufenfuertrier