Schwein gehabt!

Eine tierische Serie. Nachdem TV-Laufkolumnist Rainer Neubert in der vergangenen Woche von der Begegnung mit einer Kuh berichtete, sind es in dieser Woche Wildschweine, die seine Laufwege kreuzten. Und nicht nur das ...

Allesfresser, Paarhufer, (lat.:) Sus scrofa scrofa. Die Rede ist vom Wildschwein, der Stammform des Hausschweins, das in Form von Ebern, Bachen, Frischlingen oder Jungschweinen in kleineren und größeren Gruppen Europas Wälder bewohnt. Die an und für sich friedlichen Schlammwühler gedeihen angesichts milder Winter und reich gedeckter Tische in Maisfeldern und Weinbergen prächtig. Zu prächtig, wie Bauern, Winzer, Gartenbesitzer und Jäger übereinstimmend meinen.
Was dieses Thema in einer Laufkolumne zu suchen hat? Richtig: Wildschweine sind das Schreckgespenst für viele Läufer. Nicht nur, weil die Schwarzkittel zehn Kilometer locker trabend in einer Stunde bewältigen. Das Grunzvieh kann noch viel schneller: bis zu 50 km/h. Weltklassesprinter schaffen auf 100 Metern gerade mal 45 km/h. Weglaufen klappt im Ernstfall also nicht.
Und warum schreibe ich das? Nun ja, vor einigen Tagen entpuppten sich bei einem Morgenlauf die auf einem meiner Lieblingswege in der Dämmerung grasenden Schafe bei genauerem Hinsehen als Wildschweinrotte.
Bachen und Jungtiere, keine ganz kleinen Exemplare, und mindestens ein größerer Eber am Ende der Gruppe.
Da ich weder aussehe wie Obelix, noch einen Zaubertrank dabei habe, ist mein Jagdinstinkt deutlich gedämpft. Eber schaut mich an, ich schaue ihn an - und ich hoffe, dass es stimmt, was ich irgendwann einmal über Fluchtreflex und Scheu bei Wildschweinen gelernt habe: Gefahr nur bei Frischlingen! Vorsichtig weiterlaufen … Rotte rennt … Eber schaut … ich kehre um … nein … Eber verzieht sich. Schwein gehabt!

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