Signale fürs Finale

Die Tage sind gezählt, das Laufjahr 2011 neigt sich definitiv dem Ende entgegen. War es ein gutes Jahr? Das muss jeder Läufer für sich selbst entscheiden. Es lohnt, sich dafür ein wenig Zeit zu nehmen. Diese nimmt sich auch unser Laufkolumnist Rainer Neubert.

Viele verknüpfen die persönliche Bilanz mit der Auswertung ihrer Laufstatistik. Dank Smartphone oder satellitengestütztem Computer am Handgelenk führen sportliche Menschen Buch über fast jeden Kilometer, den sie zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Ich bin keine Ausnahme und kämpfe jedes Mal mit dem aufkeimenden Ärger, wenn sich der fliegende Signalgeber im Orbit weigert, meinem Empfänger umgehend das Positionssignal zu senden.

Wer also einen Läufer beobachtet, der ungeduldig an seinem Handgelenk herumnestelt und dabei das Gesicht verzieht, weiß nun Bescheid: Sportsmann oder -frau ist vermutlich gerade verzweifelt darum bemüht, einen Kontakt nach oben herzustellen. So ist es mir auch schon mal in der Trierer City ergangen.

Nicht etwa beim Run auf Weihnachtsgeschenke in letzter Minute. Es war beim Silvesterlauf, als die Häuserschlucht der Fleischstraße das Signal meines Lieblingssatelliten in die Irre leitete und in meiner Jahresstatistik am Ende 600 Meter fehlten. Gut, dafür waren diese Meter nicht relevant. Aber für den "nur" acht Kilometer langen Lauf selbst ist das eine Menge.

Neuer Anlauf also am Samstag. Das große Finale ist angesagt. Die Stimmung: riesig. Nicht nur bei den vielen Zuschauern. Die meisten der Starterinnen und Starter werden am 31. Dezember den Abschluss eines guten Jahres feiern, so wie es sich gehört: in Bewegung, mit Spaß und vielen Gleichgesinnten. Mit oder ohne Signal von oben.

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