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Studie belegt: Laufen verringert das Sterberisiko, sofern nicht übertrieben wird.

Kolumne: Auf dem Laufenden : Länger leben mit dem richtigen Maß

Wieder eine Studie zum gesundheitlichen Effekt des Laufens. Das Ergebnis dänischer Forscher ist überraschend und macht ambitionierte Läufer nachdenklich

Die Dänen sind schuld! Woran? Nun ja. Es ist eine wissenschaftliche Studie des Frederiksberg Hospitals in Dänemark, die mein läuferisches Selbstverständnis in seinen Grundfesten erschüttert. Denn wenn es stimmt, was die skandinavischen Wissenschaftler festgestellt haben, bin ich auf dem besten Weg, meine Gesundheit zu ruinieren ...

Es geht wie so häufig um das richtige Maß. Dass jedes Übertreiben negative Folgen haben kann, ist nichts Neues. Aber darüber, wann dieses Zuviel beginnt, lässt sich durchaus kontrovers diskutieren. Besonders bei einer Kampfansage, dass lediglich zweieinhalb Stunden Laufen pro Woche zu empfehlen seien. Mehr als 25 bis 30 Kilometer im Laufschritt – so die Dänen – schränken den gesundheitsfördernden Aspekt der aktiven Bewegung ein. Autsch, da müssten viele Hobbyläufer ihre Aktivitäten drastisch reduzieren.

Datengrundlage für die „Copenhagen City Heart Study“ ist der Gesundheitszustand, beziehungsweise die Sterblichkeitsrate von 5000 Menschen. 1089 sind/waren Läufer, 3950 waren oder sind Nichtläufer. Beide Gruppen wurden mit Blick auch auf die Intensität des Lauftrainings untersucht. Ergebnis: Die Gruppe der Gelegenheitsläufer, die maximal 2,5 Stunden pro Woche ihrem Sport frönen, haben die geringsten Sterberaten. Wer sich nun auf Winston Churchill beruft und mit dem so vermutlich nie gefallenen Ausruf „No sports!“ seine Sportabstinenz feiert, ist allerdings schlecht beraten. Denn die in einem amerikanischen Fachmagazin veröffentlichten Studienergebnisse machen auch deutlich, dass Bewegung das Sterberisiko im Vergleich zu völliger körperlicher Inaktivität im Durchschnitt um 30 Prozent senkt. Wer aus Sicht der Wissenschaftler sehr viel oder vielleicht zu viel läuft, steigert sein Sterberisiko wieder fast auf das Niveau eines Nichtläufers. Schade, dass die Forscher nicht auch die mentalen Folgen des Laufens untersucht haben. Da sähe die Bilanz für Langstreckenläufer sicher besser aus.

laufen@volksfreund.de