Trophäen

Der Herbst bringt für Läufer neue Herausforderungen. Warum auch Dreck Spaß machen kann, erklärt TV-Laufkolumnist Rainer Neubert.

Noch keine Laufkolumne ist auf solche Resonanz gestoßen wie die der vergangenen Woche. Eigentlich war das absehbar, denn schon die Reaktion einer Kollegin, die mir in der Redaktion beim Schreiben über die Schulter geschaut hatte, sprach für sich. "Dann höre ich mit dem Laufen auf!", rief sie halb amüsiert, halb entrüstet in die Runde angesichts der Überschrift: Laufen macht faltig. Woraufhin sich sofort eine lebhafte Diskussion entwickelte: über den Laufsport an sich und insbesondere über dessen Folgen.

Zum Glück waren - mit einer Ausnahme - alle Rückmeldungen zum Thema positiv. Nicht nur ich stehe nun mit einem gewissen Stolz zu meinen Falten.

Auszeichnungen ganz anderer Art sammeln Läufer, die sich derzeit durch das Ende der langen Trockenzeit ihren Sport nicht vermiesen lassen. Reichlich Regen hat harte Trails in weiche Schlammpisten verwandelt. Platsch, platsch, matsch. Wer ohne Musikdröhnung unterwegs ist, vernimmt auf seinem Weg über Schmodder, durchweichte Blätterteppiche und durch Pfützen fast vergessene Geräusche.

Dass Schuhe und Hose danach nicht mehr unbedingt eine Zierde für Meister Propper wären, liegt in der Natur der Sache. Aber an dieser Stelle zitiere ich gerne einen laufenden Freund: "Die Dreckspritzer an den nackten Waden trage ich heute wie eine Trophäe."

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