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Kolumne: Auf dem Laufenden
Mit Müsliriegel und Hammermann auf der Strecke

Der Schrecken der Langstreckenläufer.
Der Schrecken der Langstreckenläufer. FOTO: Rainer Neubert
Sind Sie auch schon mal von einer Seba Med-Flasche überholt worden? Oder von einem leichtfüßigen Müsliriegel? So etwas kann Läufern nicht nur an den Fastnachtstagen passieren. Vor allem bei den großen Volksläufen mischen sich regelmäßig Menschen in werbeträchtigen und kuriosen Kostümen unter die Läuferschar. Das ist besonders im Sommer ein schweißtreibender Spaß, für den der trabende Fitnessdrink und die keuchende Vitamintablette hoffentlich mehr als ein paar Cent bekommen.

Asterix, Marienkäfer und Superman bekommen für ihren kostümierten Auftritt natürlich kein Geld. Es ist vor allem die Freude an der Aufmerksamkeit, die sie dazu motiviert. Vielen Dank an alle, die damit gute Stimmung machen und den Spaßfaktor in den Vordergrund stellen. Mir persönlich ist neben den netten Käferdamen aus dem Hochwald besonders ein ganz in schwarz gewandeter Zeitgenosse in Erinnerung geblieben, der beim Marathon in Frankfurt schon vor dem Start eine sehr beliebtes Fotomotiv war: Sein riesiger Schaumstoff-Vorschlaghammer sorgte da noch überwiegend für Heiterkeit, auch wenn der alle Energie raubende Hammermann für Langstreckenläufer eher ein Symbol des Schreckens ist.

Auf der Strecke habe ich die laufende Flüssigseife und den schweißnassen Riegel übrigens wieder eingeholt. Von einem positiven Werbeeffekt war ihnen zu diesem Zeitpunkt allerdings nichts mehr anzumerken. Viel schlimmer aber – so hat sich herausgestellt – ist es dem Hammermann ergangen. Den hat sein Alter Ego bei Kilometer 32 tatsächlich aus den Laufschuhen gehauen. Woher ich das weiß? Ich habe den fiesen Kerl  dort auch gesehen.