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Kolumne
Gehirn einschalten und Wetter checken

Laufreporter Rainer Neubert ist zufrieden mit seinem Weihnachtsgeschenk. Zuhause an der Garderobe nutzt sie ihm allerdings bei Regen auch nicht.
Laufreporter Rainer Neubert ist zufrieden mit seinem Weihnachtsgeschenk. Zuhause an der Garderobe nutzt sie ihm allerdings bei Regen auch nicht. FOTO: Rainer Neubert
Wetterfeste Läufer lassen sich von schlechtem Wetter nicht davon abhalten, ihre Weihnachtsgeschenke in der Praxis zu testen. Manchmal kann eine Gewohnheit aber zu wenig erwünschten Ergebnissen führen. Das ist auch unserem Laufkolumnisten passiert. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Ich hoffe, das Christkind war brav und hat tatsächlich das richtige Geschenk unter den Weihnachtsbaum gelegt. Von der Zweckmäßigkeit guter Laufsocken hatte ich vor der Bescherung ja bereits berichtet. Die habe ich mir beim Besuch meines Lieblingslaufsportgeschäfts selbst gekauft. Doppellagige Socken, die gibt’s tatsächlich, verschonen sicher vor Blasen und taugen für jedes Wetter. Ob das auch für mein Weihnachtsgeschenk zutrifft, habe ich auch bereits ausprobiert: Ein leichtes Nichts von Jacke, dafür aber absolut wasserdicht und auch noch atmungsaktiv. Und mit einem Schütteln soll das Wasser auf dem Spezialstoff abperlen wie nichts

Die Testbedingungen dafür waren in den vergangenen zwei Wochen idealDas mit dem Wasser- und Windstopp funktioniert tatsächlich. Auch die Abschüttelfunktion ist so, wie in der Funktionsbeschreibung zu dem Luxusjäckchen nachzulesen. Dass es bei den ersten Touren dennoch feucht wurde unter dem dünnen Stoff, hatte vor allem mit des Läufers Misstrauen in die Isolierfunktion des Edelteils zu tun. Mindestens eine Schicht zu viel führt bei sportlicher Betätigung zu so viel Schweiß, dass selbst die halbdurchlässigste Membran nicht genug Dampf ablassen kann. Ergo: bei leichten Plusgraden genügt ein einfaches Laufshirt unter kaum mehr als 100 Gramm Stoffaußenschicht.

Alles Wunderwerk moderner Textilkunst hilft allerdings nicht, wenn der Läufer am frühen Morgen – kopflos und im Vertrauen auf den Wetterbericht vom Vorabend – zur alten Jacke greift. Wenn sich dann zur Hälfte der Zehnkilometerrunde das Tröpfeln in strömendem Regen verwandelt, rettet nur noch eines vor der Erkältung: der schnellste Weg unter die heiße Dusche – in der Gewissheit, dass auch die beste Jacke nur schützen kann, wenn sie nicht am Kleiderhaken hängt.