Was Läufern Beine macht

Für den Silvesterlauf in Trier sind nicht mehr allzu viele Startplätze frei. Deshalb sollte sich sputen, wer das "Sao Paulo" von Deutschland als Aktiver erleben will. Vom Streckenrand wird für die Teilnehmer viel Motivation kommen. Dass Zuschauer aber nicht immr schnelle Beine machen, beschreibt TV-Laufkolumnist Rainer Neubert.

Der Silvesterlauf, die seit 1990 traditionell letzte Veranstaltung des Jahres in der Region Trier, muss in Sachen Stimmung den Vergleich mit ihrem brasilianischen Vorbild nicht fürchten. Dass von den vielen begeisterten Zuschauern Spitzensportler und Volkslauf-Teilnehmer profitieren werden, steht außer Frage. Sambaklänge, Klatschorgien und aufmunternde Zurufe machen den Läuferinnen und Läufern Beine, lassen Plattfüßler zu Vorderfußästheten werden. Der Kopf bleibt oben. Bitte lächeln! Zeit für Endorphinjunkies. Wissenschaftlich ist die motivierende Wirkung von Zuschauern auf die psychische Verfassung von Sportlern belegt. Eine aktuelle Untersuchung britischer Wissenschaftler kommt allerdings zu überraschenden Erkenntnissen, zumindest für Situationen, in denen die Zahl der Zuschauer überschaubar ist: Zehn Läufer absolvierten einen 20-minütigen Lauf im selben Tempo drei Mal unter verschiedenen Testbedingungen: Zunächst liefen sie ohne Zuschauer. Dann erschien nach zehn Minuten eine Zuschauerin. Im dritten Lauf erschien nach zehn Minuten ein Zuschauer. Jedes Mal mussten die Sportler danach über ihr Befinden Auskunft geben. Das Ergebnis: Ohne Zuschauer empfanden die Läufer es schwerer als mit Zuschauerin. War der Betrachter allerdings ein Mann, fiel der Lauf sogar schwerer als ohne Zuschauer. Leider nicht ermittelt wurde, wie sich die Motivation je nach Zuschauergeschlecht verändert, wenn Läuferinnen auf der Strecke sind. Eine Vermutung habe ich allerdings … Diese und weitere Kolumnen: www.volksfreund.de/kolumne