Wasser, bitte!

Wer nicht genug trinkt, geht ein. Das gilt nicht nur für Wettkämpfe, sondern bei dem subtropischen Wetter dieser Tage auch bei kürzeren Trainingsläufen. TV-Laufkolumnist Rainer Neubert sucht nach Erklärungen dafür.

Es gibt Weisheiten, die sind banal, können aber gar nicht oft genug erwähnt werden: Wer schwitzt, muss trinken - gehört zu dieser Kategorie.

Läufer können davon in diesen Tagen ein Lied singen. Bei gefühlt 99 Prozent Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen öffnen sich unsere Schweißdrüsen schleusentorartig. Massenhaft verdunstender Körpersaft soll für Kühlung sorgen. Da unsereins nicht nackt durch die Gegend rennt, tritt dieser Effekt nicht in erwünschtem Aumaß ein. Die Folge: noch mehr Schweiß, klatschnasse Klamotten und Durst.

Der entsteht, wenn der Körper mehr als 0,5 Prozent seines Gewichts in Form von Wasser verloren hat. Für Rennspargel wie mich sind das gerade einmal 300 Milliliter. Mein Shirt wiegt nach jedem Lauf bestimmt das Dreifache. Der sorgenvolle Blick ins Internetlexikon offenbart: spätestens bei einem Wasserverlust von zwei Prozent des Körpergewichts droht der körperliche Zusammenbruch. Neben Durst sind Mundtrockenheit, Übelkeit oder Kopfschmerzen Signale dafür, wenn es gefährlich wird. Für Läufer gilt deshalb besonders an tropischen Tagen die Regel, vor, während und nach dem Sport zu trinken.

Auf einer nicht sehr langen Runde dieser Tage mit meinem Sohn hatte ich den Durstfaktor unterschätzt. Gut also, dass es da beim Wasserspielplatz auf dem Trierer Petrisberg einen Trinkbrunnen gibt. Es war eine schöne Gelegenheit, mal wieder spielerisch die Spurtfähigkeiten zu messen. "Wer zuerst da ist, hat gewonnen." … Ich bin Zweiter geworden. Aber vermutlich nur, weil mein junger Sprinter einfach mehr Durst hatte …