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Aus aller Welt zum Marathon in die Eifel

Die Halbmarathonläufer starten beim Eifelmarathon im einmaligen Ambiente des Schlosses Hamm.
Die Halbmarathonläufer starten beim Eifelmarathon im einmaligen Ambiente des Schlosses Hamm. FOTO: Holger Teusch
Waxweiler. Das schlechte Wetter dürfte dem vom Trierischen Volksfreund präsentierten Eifelmarathon zwar einen weiteren Teilnehmerrekord gekostet haben, am vergangenen Sonntag kamen aber nur 56 Läufer weniger nach Waxweiler, als im sommerlichen Rekordjahr 2015. Der Belgier Luc Dirckx siegte zum dritten Mal in Folge auf der Ultramarathondistanz von mehr als 50 Kilometern. Holger Teusch

Würde es ihn geben, den Preis für die weiteste Anreise hätte Tomoka Sudo beim Eifelmarathon mit Sicherheit gewonnen. Aus Shanghai sei die Japanerin angereist, erzählte Peter de Winkel aus dem Vorstandsteam des Eifelmarathon-Vereins. Die 38-Jährige stand aber auch ohne diese Auszeichnung nach 42,195 Kilometern durch die Eifel, die sie in 3:50:18 Stunden absolvierte, als drittschnellste Frau aufs Siegerpodest. "Ich laufe überall auf der Welt Marathons", erklärte Sudo.

Zwar gehört Asien natürlich nicht zum Haupteinzugsgebiet des Eifelmarathons. Die Eifelmarathon-Vorsitzende Rita Brandenburg freut sich aber, dass die anspruchsvollen Strecken durch die Eifel zwischen Waxweiler und dem Bitburger Stausee besonders im westdeutschen Raum und den Benelux-Staaten eine Fangemeinde hat. Außer Sudo sorgten Läufer aus den USA und Island für Farbtupfer im Feld der insgesamt 494 Teilnehmer, die das Ziel erreichten.

Einen besonderen Sieg feierte dabei Luc Dirckx. Der Belgier machte auf der Ultramarathondistanz über 51,4 Kilometer den Sieg-Hattrick perfekt. Zum dritten Mal in Folge verwies er seinen Landsmann Gert Mertens auf den zweiten Platz. Seinen eigenen Streckenrekord (3:39:15 Stunden) aus dem Jahr 2014 verfehlte Dirckx mit 3:45:48 Stunden allerdings klar. Mertens, der am südlichsten Punkt des Parcours in Biersdorf am Bitburger Stausee eine Ferienwohnung besitzt und die Strecke wohl so gut wie kaum ein anderer Läufer kennt, kam in 3:47:56 Stunden bis auf rund zwei Minuten an Dirckx heran. Bei den Frauen siegte die Niederländerin Leonie Ton in 4:18:54 Stunden. Der Streckenrekord von Birthe Hilmes (4:16:24) blieb damit ebenfalls unangetastet. Die Rekordhalterin von der LG Meulenwald Föhren belegte hinter Marion Braun (SV Germania Eicherscheid/4:38:40) in 4:39:40 Stunden diesmal den dritten Platz. Damit hat Hilmes beim Eifelmarathon-Ultra alle Podiumsplatzierungen durch (2013: Erste, 2015: Zweite, 2016: Dritte).

Auf der Marathondistanz gab es durch den für die Aachener TG startenden Wasserliescher Andreas Probst den ersten Sieg eines aus der Region stammenden Läufers seit 1999. Vor 17 Jahren gewann der damals für die LTF Marpingen startende Schweicher Markus Krempchen gemeinsam mit dem Saarländer Rudi Krämer. Probst setzte sich mit mehr als einer Viertelstunde Vorsprung in 2:48:14 Stunden durch. Schnellste Frau war erwartungsgemäß die mehrfache Hermannslaufsiegerin Silke Pfenningschmidt vom SV Brackwede in 3:19:25 Stunden.

Auf der Halbmarathondistanz (21,1 Kilometer) vom Schloss Hamm am Bitburger Stausee nach Waxweiler gab es einen Doppelsieg für die einheimischen Eifelläuferinnen: Dank einer Steigerung um sechs Minuten siegte die knapp 23 Jahre alte Vorjahresdritte Nina Antony vom SV Lambertsberg in 1:42:18 Stunden vor der knapp 20-jährigen Kerstin Kotz (TV Bitburg/1:44:34). Nachfolger des dreimaligen Gewinners Martin Gabler aus Bitburg bei den Männern von Pfenningshmidts Vereinskamerad Dennis Gläsker in 1:25:42 Stunden.

Mit 494 Läufern im Ziel verzeichnete das Eifelmarathon-Organisationsteam von nahezu allen im Eifelkreis Bitburg-Prüm Laufsport betreibenden Vereinen das zweitbeste Teilnehmerergebnis. Nur im vergangenen Jahr kamen mit 550 Ausdauersportlern mehr nach Waxweiler. Während weniger Halbmarathon- und Marathonläufer sowie angesichts der Witterung Kinder kamen, liefen mehr als 100 Athleten die Ultradistanz (104). Nur im Premierenjahr dieser Strecke 2013 kamen mehr (107).