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Ausdauernde Frauen stellen Männer beim Eifelmarathon in den Schatten

Eifelmarathon : Ausdauernde Frauen stellen Männer in den Schatten (Fotos)

Der Eifelmarathon-Traillauf über 28 Kilometer kam bei seiner Premiere am vergangenen Sonntag direkt gut an. Die deutsch-französische Freundschaft bescherte der von den Läufern des Eifelkreises Bitburg-Prüm gemeinsam gestemmten Veranstaltung zwei Zehn-Kilometer-Streckenrekorde.

Der Eifelmarathon ist beliebt, die Läufer haben sich in den vergangenen beiden Jahren solidarisch mit den Organisatoren gezeigt, aber einen Teilnehmerrekord gab es bei der 23. Auflage am zweiten Juni-Sonntag trotz rund 800 Namen in der Meldeliste nicht. Der Grund: Kaum ein angemeldeter Ausdauersportler hat sein Startgeld in den vergangenen beiden Jahren, als der Eifelmarathon wegen der Corona-Pandemie ausfiel, zurück verlangt. Deren Anmeldung wurde auf dieses Jahr übertragen. Aber vielen passte der diesjährige Termin offensichtlich nicht ins Programm. Als Teilnehmerrekord stehen weiterhin die 555 Läufer im Ziel vor sieben Jahren in der Statistik. Diesmal waren es 439 in den Hauptwettbewerben. Dazu kamen noch 72 Kinder im Benefiz-Staffellauf.

Diese Teilnehmerzahl liegt für den Eifelmarathon im oberen Bereich. Allerdings auch aufgrund des neu ins Programm aufgenommenen Traillaufs. 74 Läufer absolvierten die 28 Kilometer mit rund 1000 Höhenmetern rund um Waxweiler. Wie anspruchsvoll die Strecke war, zeigen die Siegerzeiten der ehemaligen Rheinland-Halbmarathon-Vizemeister Franziska Schneider (SV Altenahr), die in 2:37:01 Stunden nur eine Minute hinter dem schnellsten Mann, dem Belgier Niels de Hert (2:36:02) war. Am drittschnellsten war der aus Hetzerath stammende Rudi Döhnert (Alfter) in 2:39:38 Stunden.

Auf der klassischen Marathondistanz (42,195 Kilometer) entlang der Prüm von Waxweiler zum Bitburger Stausee und zurück ließ Margit Klockner sogar alle Männer hinter sich. Die 37-Jährige aus Halsenbach im Hunsrück war mit 3:06:35 Stunden vier Minuten schneller als der Belgier Jo Appelen. Anfang März auf der flachen Strecke des Bienwald-Marathons war Klockner als Siegerin die 42,195 Kilometer bereits unter drei Stunden gelaufen (2:59:03). Ihre Zeit beim Eifelmarathon ist noch höher einzuschätzen. Sie verpasste den Veranstaltungsrekord der deutschen 100-Kilometer-Rekordlerin Birgit Lennartz (3:03:15), 2001 noch auf der leichteren Streckenvariante mit Start und Ziel am Bitburger Stausee erzielt, lediglich um drei Minuten.

 Mehr als 500 Läufer waren beim Eifelmarathon unterwegs, während mancher Hobby-Landwirt bei sommerlichen Temperaturen Heu machte.
Mehr als 500 Läufer waren beim Eifelmarathon unterwegs, während mancher Hobby-Landwirt bei sommerlichen Temperaturen Heu machte. Foto: Holger Teusch

Die Besonderheit beim Eifelmarathon sind die vielen Rennen über lange Strecken. Auf der Königsdistanz von 51,4 Kilometern setzten sich die Mayenerin Rebecca Lenger in 4:38:21 Stunden und der Drittplatzierte des Remscheider Röntgenlauf Boris Tschierschke (3:55:51) durch. Der in Biersdorf lebende Belgier Gert Mertens stand als Drittplatzierter zum achten Mal in Folge auf dem Ultramarathon-Siegerpodium.

Die meisten Teilnehmer (diesmal 149) zieht beim Eifelmarathon aber traditionell der verhältnismäßig kurze Halbmarathon vom Schloss Hamm nach Waxweiler an. Die Luxemburgerin Renata Morcheva (1:41:05) wiederholte ihren Sieg von 2015. Bei den Männern ging der erste Platz wie zuletzt vor der Pandemie ins Saarland an Daniel Rhodes (Saarbrücken/1:25:59).

 Insgesamt 511 Läufer kamen nach zwei Jahre Pause wegen Corona beim 23. Eifelmarathon zwischen Waxweiler und dem Bitburger Stausee ins Ziel.
Insgesamt 511 Läufer kamen nach zwei Jahre Pause wegen Corona beim 23. Eifelmarathon zwischen Waxweiler und dem Bitburger Stausee ins Ziel. Foto: Holger Teusch

Zwei Streckenrekorde über zehn Kilometer sind der deutsch-französischen Freundschaft zu verdanken. Den Gegenbesuch nutzten die Läufer aus Föhrens Partnerstadt Moneteau zusammen mit denen der LG Meulenwald für einen Start beim Eifelmarathon. Die Französin Alexandra Droulin schraubte die Bestzeit auf dem nicht leichten Parcours auf 38:59 Minuten und Martin Müller von der LG Meulenwald Föhren auf 33:56 Minuten.

Ergebnisse:

 Insgesamt 511 Läufer kamen nach zwei Jahre Pause wegen Corona beim 23. Eifelmarathon zwischen Waxweiler und dem Bitburger Stausee ins Ziel.
Insgesamt 511 Läufer kamen nach zwei Jahre Pause wegen Corona beim 23. Eifelmarathon zwischen Waxweiler und dem Bitburger Stausee ins Ziel. Foto: Holger Teusch

Frauen, 10 km: 1. Alexandra Droulin (Frankreich/A.J. Moneteau) 38:59 Minuten, 2. Charlotte Willgerodt (LG Meulenwald Föhren) 54:23, 3. Katia Bartlett (TG Konz) 54:26.

 Gut gelaunt gingen die Trailläufer wie hier die Trierer Lucas Leick und Julia Schäfer-Leick auf die 28 lange und mit rund 1000 Höhenmeter versehene Geländelaufstrecke.
Gut gelaunt gingen die Trailläufer wie hier die Trierer Lucas Leick und Julia Schäfer-Leick auf die 28 lange und mit rund 1000 Höhenmeter versehene Geländelaufstrecke. Foto: Holger Teusch

21,1 km: 1. Renata Morchova (Luxemburg/W 45) 1:41:05 Stunden, 2. Kim Borstell (RAV Runners) 1:46:21, 3. Nadine Siesenop (Horn-Bad Meinberg/W 30) 1:54:20. U 18: Maike Kirsch (TV Bitburg) 2:41:12. U 20: Katharina Meyers (Die Eifelläufer) 2:07:13. W 35: Nadine Schorn (Die Eifelläufer) 2.11:06. W 50: Katharina Bobermann (LG Pronsfeld-Lünebach) 1:57:30.

28 km Trail: 1. Franziska Schneider (SV Altenahr/W 30) 2:37:01, 2. Carmen Otto (Sport Schneider Trail Team/W 45) 2:48:05, 3. Josine Kroon (Niederlande/W 40) 3:01:13.

42,195 km: 1. Margit Klockner (Halsenbach/W 35) 3:06:35, 2. Gabi Paul (SV Westum) 4:10:11, 3. Patricia van der Pas (Niederlande/W 50) 4:25:41. W 40: Annika Becker (Eifelläufer) 4:32:43. M 70: Rudolf Bayerschen (DJK Wißmannsdorf) 6:36:29.

51,4 km: 1. Rebecca Lenger (LG Ultralauf/W 30) 4:38:21 Stunden, 2. Carina Jochum (SV Altenahr/W 45) 5:03:13, 3. Susanne Wilbrecht (Bewegungsgruppe Sonnenschein/W 50) 5:19:49. W 55: Susanne Kachelmaier (RSV) 6:04:17.

Männer, 10 km: 1. Martin Müller (LG Meulenwald Föhren) 33:56 Minuten, 2. Noah Jabafi (U 18) 36:50, 3. Nicolas Rafetin (U 20) 37:35 (beide Frankreich/A.J. Moneteau)

21,1 km: 1. Daniel Rhodes (Saarbrücken) 1:25:59 Stunden, 2. Rainer Rupp (Belgien/M 40) 1:31:07, 3. Peter de Vocht (Belgien/M 60) 1:35:46, 4. Raheb Rahimi (LG Laacher See) 1:41:06, 5. Simon Wozny (Bertlich/U 16) 1:42:35. M 30: Carsten Pinter (Konz) 1:51:00. M 35: Christian Lübeck (Kordel) 1:49:12. M 45: Jan-Peter Hermanns (Klausen) 1:43:36. M 50: Bruno Klaes (LT Panem-Distrikt 12) 1:53:36. M 55: Detlef Schäfer (Lambachläufer) 1:49:19. M 70: Peter Gaspers (Waxweiler) 2:14:23.

28 km Trail: 1. Niels den Hert (Belgien/M 35) 2:36:02 Stunden, 2. Rudi Döhnert (Alfter/M 50) 2:39:38, 3. Emmanuel Schneider (MKF Running/M 50) 2:41:38, 4. Oliver Högner (SV Neunkirchen-Steinborn) 2:42:45, 5. Christian Müller (Team Bergziege) 2:43:15, 6. Eule Frings (SV Altenahr/M 60) 2:47:47. M 40: Thomas Rob (LG Kammerwald Geichlingen) 3:18:28. M 45: Michal Zajac (Polen) 2:47:47.

42,195 km: 1. Jo Appelen (Belgien/M 45) 3:10:33, 2. Koen van Tulder (Belgien/M 50) 3:33:47, 3. Jörg Wieser (Dietkirchen/M 40) 3:34:29. M 60: Stephan Krumm (LG Pronsfeld-Lünebach) 3:58:25. M 65: Heinz Schon (Sankt Thomas) 3:42:54.

51,4 km: 1. Boris Tschierschke (TuS Lintorf/M 40) 3:55:51 Stunden, 2. René Strosny (Modautal/M 45) 3:57:29, 3. Gert Mertens (Die Eifelläufer/M55) 4:06:31.

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