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Ausdauersportlerin bei X-Duathlon in Trier
In der Männerdomäne behauptet

Rund 250 Ausdauersportler kämpften sich bei der elften Auflage des von Tri Post Trier organisierten BMW Cloppenburg X-Duathlons durch Schlamm, Eis und Schnee.
Rund 250 Ausdauersportler kämpften sich bei der elften Auflage des von Tri Post Trier organisierten BMW Cloppenburg X-Duathlons durch Schlamm, Eis und Schnee. FOTO: Holger Teusch
Minderlittgen/Trier. Elke Berhard beweist, dass der Trierer Crossduathlon nicht nur ein Rennen für hartgesottene Herren ist.

Die Erkenntnis kam Elke Berhard zu spät.„Ich hätte noch den Seitenständer abmontieren sollen“, sagt die 51-Jährige lachend. Beleuchtung und Schutzbleche hatte sie von ihrem Trekkingrad abgeschraubt. Die zehn Jahre alten, profillosen Reifen ließ Berhard vor ihrem Debüt beim Trierer X-Duathlon am vergangenen Sonntag durch neue (allerdings nur mit Straßenprofil) ersetzen. Nur an den Seitenständer als Symbol für ein Freizeitrad dachte sie nicht. Die verwunderten Blicke der mit allerlei Hightech-Sportgerät hochgerüsteten Teilnehmer waren Berhard damit gewiss.

Erst recht, als die Altenpflegerin mit ihrem gar nicht so geländegängigen Fahrrad die 11,6 Kilometer lange, eigentlich nur für Mountainbikes gedachte Strecke des sogenannten Volksduathlons durch den Trierer Weißhauswald zwar nicht schnell (in 1:10:13 Stunden), aber sicher hinter sich brachte. „Berghoch auf Schnee und Matsch, wo auch diejenigen mit ihren speziellen Rädern teilweise schieben mussten, ist mein Hinterrad hin und her gerutscht. Man hat gemeint, es will mich überholen“, erzählt Berhard von der kraftraubenden Strecke. Schneefall am Tag vor dem Rennen, dann aber Tauwetter hatten die Strecke mit ihren per se anspruchsvollen 400 Höhenmetern noch schwieriger gemacht. „Den Berg runter habe ich mich durchgebremst“, sagt Berhard. Nur kein Risiko eingehen für eine ein paar Sekunden bessere Zeit.

„Mein Ziel war es, durchzukommen“ erklärt die in Minderlittgen wohnende Freizeitsportlerin. Eigentlich geht sie für die Grünewaldläufer des SV Lüxem an den Start, um fit zu bleiben. Über zehn Kilometer ist sie unter 50 Minuten geblieben. Mit ihrem Sport reißt sie keine Bäume aus, aber Spaß müsse er machen, sagt Berhard. Das bedeute für sie auch, nicht zu viel zu trainieren. „Deshalb laufe ich auch keinen Marathon. Das Training muss nebenher laufen und ins Leben, in den Alltag passen. Man kann ja nicht nur Sport machen.“

Aufs Fahrrad gestiegen war sie angesichts der kalten Witterung vor dem X-Duathlon nur einmal: zum Streckentest. Als sie feststellte, dass sie die Radstrecke bewältigen kann, meldete sie sich für den Volksduathlon an. Die jeweils 2,5 Kilometer Laufen vor und nach dem MTB-Part waren für sie das kleinere Problem. „Da habe ich dann noch zwei überholt.“

In der Gesamtwertung belegte sie den drittletzten Platz im Volksduathlon. Aber das war ihr letztlich egal und die Überraschung folgte bei der Siegerehrung mit dem Altersklassensieg bei den über 50-Jährigen.

Jetzt fehlt Berhard, die auch schon an Extrem-Hindernisläufen wie dem Strongmanrun am Nürburgring teilgenommen hat, noch ein Triathlon. Sie wehrt ab. Das würde ja mehr Training bedeuten. Und der Sport müsse sich ja nach dem Alltag richten - nicht umgekehrt.