| 14:35 Uhr

Leichtathletik
Bei der EM wurde gezaubert

Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause vom Verein Silvesterlauf Trier (Zweite von links) und die aus Konz stammende U20-Weltmeisterin Sophia Junk (LG Rhein-Wied, Dritte von links) wurden bei der Meisterehrung des Leichtathletik-Verbands Rheinland in der Zentrale der Sparkasse Trier unter anderem zusammen mit dem Hallen-WM-Vierten Kai Kazmirek (Zweiter von rechts) für ihre Leistungen geehrt.
Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause vom Verein Silvesterlauf Trier (Zweite von links) und die aus Konz stammende U20-Weltmeisterin Sophia Junk (LG Rhein-Wied, Dritte von links) wurden bei der Meisterehrung des Leichtathletik-Verbands Rheinland in der Zentrale der Sparkasse Trier unter anderem zusammen mit dem Hallen-WM-Vierten Kai Kazmirek (Zweiter von rechts) für ihre Leistungen geehrt. FOTO: Holger Teusch
Trier. Der Leichtathletik-Verband Rheinland ehrte seine erfolgreichsten Sportler und seine erfolgreichste Sportlerin Gesa Krause. Auch die aus Konz stammende Sprinterin Sophia Junk stand neben der Europameisterin unter den Geehrten. Von Holger Teusch

Während des Films von der Europameisterschaft im Berliner Olympiastadion wurde manches Leichtathleten-Auge feucht. 19 Medaillen gewann die Gastgebernation. Eine davon sah sich am Donnerstagabend in der Sparkasse Trier bei der Meisterehrung des Leichtathletik-Verbands Rheinland die Bilder ihres Triumphes ebenfalls an. Als die entscheidenden Szenen des 3000-Meter-Hindernisrennens eingespielt wurden, musste Gesa Krause noch mal schlucken. Der Europameistertitel der 26-Jährigen war der Höhepunkt des Jahres für den Leichtathletik-Verband Rheinland (LVR) und die Ehrung der Athletin vom Verein Silvesterlauf Trier der krönende Abschluss der Meisterehrung des Verbands.

„Das war ein magischer Wettkampf. Es war eine einmalige Chance im eigenen Land Europameisterin zu werden“, beschrieb Krause die Momente im Olympiastadion, die ihr immer noch unter die Haut gehen. „Es wurde von Runde zu Runde lauter im Stadion. Es war Gänsehaut pur. Ich habe mit 45 000 gefeiert. Das war megageil!“

Wie nervenaufreibende der Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung war, erzählte Krause-Coach Wolfgang Heinig, der als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde: „Da gab es schlaflose Nächte“, erinnerte sich der 67-Jährige. Tiefpunkt der Saison: Im Juni belegte Krause bei einem 1500-Meter-Rennen in Tübingen den letzten Platz. Zwei Monate vor der EM! Sie sagte alle weiteren Starts ab. Das Trainer-Athlet-Duo hatte zuvor, wie beide sagen, im Training bewusst Grenzen überschritten. Im Nachhinein sagt Heinig: „Es waren einige Fehler, die gemacht wurden.“ Aber die Erkenntnis kam bekanntlich früh genug. „Wir haben gezaubert“, sagt Heinig. „Im Prinzip haben wir nicht mehr trainiert, sondern sind spazieren gegangen, haben Kaffee getrunken und über alles mögliche geredet.“

Erholung lautete das Rezept, das auch Sophia Junk schon zu schätzen gelernt hat. Die aus Konz-Oberemmel stammende 19-Jährige, die für die LG Rhein-Wied startet, wurde wie Krause bei der LVR-Meisterehrung in der höchsten Kategorie für internationale Erfolge ausgezeichnet. Junk wurde mit der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel Junioren-Weltmeisterin, belegte über 200 Meter den fünften WM-Platz und wurde dreimal deutsche U20-Meisterin. Ab kommenden Jahr startet sie in der U23- und offenen Frauenklasse. Eine neue Herausforderung. „Ziel ist es bei der U23-EM mit der Staffel dabei zu sein. Alle Deutschen, die letztes Jahr mit mir Junioren-Weltrekord gelaufen sind, sind jetzt in dieser Klasse“, erzählte Junk.

Und die Olympischen Spiele 2020 in Tokio? Für Krause ist das Sportfest in Japan das große Ziel. „Was 2020 ist, darüber denke ich noch nicht nach“, sagt Junk, die gerade ihre Ausbildung bei der Polizei begonnen hat und in Uniform zur Sportlerehrung kam.

Geehrt wurde auch Junks ehemaliger Vereinskamerad Aaron Strupp von der TG Konz als Achter der deutschen U20-Meisterschaften im Hochsprung. Nicht zur Ehrung konnten die Crosslauf-Mannschaft der LG Vulkaneifel mit Andreas Keil-Forneck, Daniel Schmidt und Yannik Duppich, der wie Heinig als Trainer des Jahres ausgezeichnet werden sollte, sowie dessen Schützling, der deutsche Zehn-Kilometer-Vizemeister Samuel Fitwi. Der 22-Jährige schaffte es nach einem langen Arbeitstag als Maler und Lackierer in Köln nicht rechtzeitig an die Mosel.

Video bei Sportschau