Berlin-Marathon der Hoffnung von Dauner Hausarzt Alois Pitzen

Leichtathletik : Berlin-Marathon der Hoffnung

Der Dauner Hausarzt läuft wieder 42,195 Kilometer in der Bundeshauptstadt vor allem, um notleidenden Menschen zu helfen.

Als Alois Pitzen von seinem Marathon-Spendenprojekt erzählt piepst es laut. Ein Notfall! Der Dauner Hausarzt muss los. Die Informationen über das Hilfsprojekt in Uganda, um den Analphabetismus zu bekämpfen, kann warten.

Aber wenn Pitzen am Sonntagmorgen in Berlin am Start des 46. Berlin-Marathons steht, kann er sich ganz auf den Lauf über 42,195 Kilometer konzentrieren - und dass, was er damit bewirken will. Sportlichen Ehrgeiz hat der Mediziner. Unter 3:30 Stunden zu bleiben, ist sein hochgestecktes Ziel, sagt er. „Das wird eine heftige Nummer, aber ich habe gut trainiert.“ Aus Zeitmangel oft nachts.

Wichtiger als sein sportliches Ziel zu erreichen, ist Pitzen aber, dass er mit seinem Lauf den Kindern in Afrika zu mehr Bildung verhelfen will. „Ich laufe und wer will, kann pro Kilometer oder pauschal spenden“, erklärt er. So kamen 2011 und im vergangenen Jahr insgesamt schon eine fünfstelliger Betrag für das Projektes seines Freundes Pater Paulinus Fokushaba in Uganda sowie die Dauner Tafel, das Café Asyl Daun sowie das Integrationscafé Ulmen zusammen.

Weshalb Uganda? Weshalb Pater Paulinus? Zu Beginn der 1990er Jahre reiste Pitzen durch Afrika, um den katholischen Priester, den Pitzen als Messdiener in der Eifel kennengelernt hatte, in Uganda zu besuchen. Der junge Mann war geschockt davon, dass Kinder nicht lesen, schreiben und rechnen lernen konnten, weil ihren Eltern umgerechnet ein Dollar pro Jahr an Schulgeld fehlte. Noch schlimmer dran sind die Waisenkinder, die oft durch Aids elternlos geworden sind.

Pitzen wollte helfen. Mit Geld aus Pitzens Reisekasse kaufte Pater Paulinus einen kleinen Flecken Land. Dort errichtete er mit Hilfe von Aidswaisen einfache Hütten, in denen Touristen, die die berühmten Berggorillas sehen wollen, übernachten können. Das erwirtschaftete Geld floss in den Ausbau der Übernachtungsmöglichkeiten, dem Aufbau einer kleinen Landwirtschaft und natürlich in die Bildung. Hilfe zur Selbsthilfe. Die ganz nebenbei Fluchtursachen bekämpft. Dieses Thema frustriert Afrikakenner Pitzen. Anpacken, selbst helfen, fordert er auf - sei es durch aktive Mitarbeit bei Integrationsprojekten oder durch Spenden beispielsweise für seinen „Marathon der Hoffnung“, wie Pitzen seinen Lauf durch Berlin getauft hat.

Beim Maare-Mosel-Lauf Ende August trainierte der Dauner Hausarzt Alois Pitzen für den Berlin-Marathon, bei dem er für ein Hilfsprojekt in Uganda sowie in Daun und Ulmen Spenden sammeln möchte. Foto: Holger Teusch

Spendenkonto bei der Sparkasse Vulkaneifel IBAN DE 82 5865 1240 0000 4583 72 und der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel (IBAN DE61 5776 1591 0660 5334 02 ) unter dem Stichwort „Marathon der Hoffnung“.

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