18 Sekunden fehlen... Trierer verpasst Olympia-Norm knapp wegen Trinkflaschen-Diebstahl

Berlin · Samuel Fitwi vom Verein Silvesterlauf Trier pulverisiert bei seinem zweiten Rennen über 42,195 Kilometer seinen Landesrekord. Mit seinen eigenen Getränk hätte es noch schneller als 2:08:28 Stunden werden können.

Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) verbesserte sich beim Berlin-Marathon auf 2:08:28 Stunden und ist damit viertbester deutscher Marathonläufer aller Zeiten.

Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) verbesserte sich beim Berlin-Marathon auf 2:08:28 Stunden und ist damit viertbester deutscher Marathonläufer aller Zeiten.

Foto: privat

Berlin ist das richtige Pflaster für Samuel Fitwi! Beim größten deutschen Marathonlauf schraubte der 27-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier am Sonntagvormittag seine Bestmarke und seinen eigenen Rheinland-Pfalz-Rekord um fast vier Minuten auf 2:08:28 Stunden und landete auf dem 18. Platz. Erst drei Deutsche waren je schneller, als der in Gerolstein lebende Läufer. Und es war die dritte persönliche Bestzeit, die Fitwi in Berlin aufstellte: Vor zwei Jahren lief er über zehn Kilometer exakt 28:00 Minuten und im April war er beim Berliner Halbmarathon mit 1:01:44 Stunden bester Deutscher.

Samuel Fitwi fühlt sich wohl auf den Straßen der Hauptstadt. „Berlin ist einfach besonders! So viele Leute links und rechts an der Strecke und das von Anfang bis Ende, das pusht“, sagt er. Das galt beim  Berlin-Marathon auch für seinen Namensvetter Samuel Russom. Der wie Fitwi aus Eritrea stammende Läufer, der nun in Schweden lebt, ließ sich derart von der Zuschauermenge antreiben, dass er vor Fitwi die Verpflegungsstationen erreicht - und nach der für die Spitzenläufer vorgesehenen Flasche mit der Aufschrift Samuel griff. Der richtige Samuel (Fitwi) musste sich mit dem für alle 47.912 gestarteten Läufer gereichten Wasser und Iso-Getränken begnügen. Noch vor der 30-Kilometer-Marke überholte Samuel Fitwi allerdings den Flaschen-Dieb und wies ihn kurz, aber energisch in der eritreischen Landessprache zurecht, erzählt Fitwi-Trainer Yannik Duppich.

Samuel Fitwi (rechts) verbesserte sich beim Berlin-Marathon auf 2:08:28 Stunden und ist damit viertbester deutscher Marathonläufer aller Zeiten. Auch Trainer Yannik Duppich ist zufrieden.

Samuel Fitwi (rechts) verbesserte sich beim Berlin-Marathon auf 2:08:28 Stunden und ist damit viertbester deutscher Marathonläufer aller Zeiten. Auch Trainer Yannik Duppich ist zufrieden.

Foto: privat

Auf den letzten zwölf Kilometern bekam sein Schützling zwar seine persönliche Wettkampfverpflegung. Entscheidend dafür, dass die Energie noch bis in die Muskeln gelangt, sind aber die ersten 30 Kilometer, erklärt Duppich. „Das kann der Grund für die fehlenden 18 Sekunden zur Olympia-Norm  von 2:08:10 Stunden sein.“ Denn die letzten sechs Kilometer lief Fitwi nur noch im Schnitt von 3:12 Minuten.

Eine Steigerung seiner persönlichen Bestzeit und damit des rheinland-pfälzischen Landesrekords um fast vier Minuten (im Februar hatte Fitwi mit 2:12:13 Stunden über 42,195 Kilometer debütiert) – insgesamt sind er und Duppich zufrieden. „Es ist alles immer noch ein Lernprozess. Vor 13 Monaten ist Samuel noch 10.000 Meter gelaufen und sein längster Trainingslauf war 25 Kilometer lang“, verdeutlicht Duppich. Abgeschrieben hat das Duo die Olympia-Qualifikation sowieso noch nicht. Der Valencia-Marathon im Dezember stand sowieso auf dem Plan. Es wird Fitwis drittes Rennen über die klassische Distanz.