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Bezirksrekord unter den Augen von Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul

Leichtathletik : Bezirksrekord unter Weltmeister-Augen

Hannah Schwind vom PST Trier sammelte im Siebenkampf als erste 14-Jährige aus der Region mehr als 3600 Punkte und belegte damit den fünften Platz bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften.

Nicht nur mit 14 Jahren könnte man das Nervenflattern bekommen, wenn man beim Wettkampf von einem Weltmeister beobachtet wird. Wenn es dann im dritten und letzten Versuch im Speerwurf auch noch darauf ankommt, den fünften Platz bei der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaft abzusichern erst recht. Aber nicht Hannah Schwind. Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul vom USC Mainz stand wenige Meter vom Speerwurf-Anlauf entfernt, um unter anderem seine jüngere Schwester Emma (die mit 4039 Punkten Deutsche Meisterin bei den 15-Jährigen wurde) anzufeuern. Hannah Schwind ließ sich nicht (negativ) beeinflussen und schleuderte ihren 500-Gramm-Speer 29,01 Meter weit. „Der erste Sicherheitswurf (Anmerkung: 24,53 Meter, beim zweiten Versuch wurde Schwinds Speer vom Wind aus dem Sektor geweht) hätte kaum gereicht, um Platz fünf zu halten“, vermutet Trainer Jochen Staebel und lobt: Sein Schützling habe sich als sehr nervenstark erwiesen.

Die Belohnung war der fünfte Platz bei Hannah Schwinds DM-Debüt und die Verbesserung des eigenen Siebenkampf-Bezirksrekords der Altersklasse W 14 auf 3642 Punkte. Erstmals übertraf damit eine Leichtathletin dieses Alters aus der Region die 3600-Punkte-Marke. Im Leichtathletik-Verband Rheinland war bisher nur vor 20 Jahren Nadja Mesloh (Bad Ems) mit 3832 Punkten.

Über 100 Meter (13,26 Sekunden) und 800 Meter (2:31,80 Minuten) sowie mit persönlicher Bestleistungen über 80 Meter Hürden (12,63 Sekunden) holte Schwind aus den Laufdisziplinen das Optimum heraus. Pech hatte sie im Hochsprung. „Die Latte lag bei 1,61 Meter noch oben, als Hannah schon von der Matte war und fiel dann doch noch“, erzählt Staebel. 10,24 Meter mit der Drei-Kilo-Kugel bedeuteten ebenfalls persönliche Bestleistung. 4,77 Meter im Weitsprung lagen ebenfalls im Bereich von Schwinds Hausrekord.

Und dennoch: Ein kleines Wermutströpfchen sah Staebel doch. „Zu Platz eins (Anmerkung: Kimberly Opitz aus Neubrandenburg mit 3740 Punkten) fehlen am Ende nicht einmal 100 Punkte.“ Zu Bronze sogar nur 74. Aber mit ihrer Ergebnis habe sich Schwind bereits für die DM 2022 qualifiziert, sagt Staebel. Und: „Sie hat noch viel Potential!“

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