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Bierbrauer und Fitwi feiern Jahresabschluss mit Gold und Silber

Leichtathletik : Bierbrauer und Fitwi feiern versöhnlichen Jahresabschluss mit Gold und Silber

Samuel Fitwi verteidigte bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften erfolgreich seinen Titel auf der Männer-Langstrecke und Rebecca Bierbrauer wurde U-18-Vizemeisterin.

„Das war Jahr ja nicht so toll. Deshalb ist das jetzt umso schöner“, sagt Rebecca Bierbrauer noch deutlich beeindruckt von ihrem zweiten Platz bei der Crosslauf-DM in Sonsbeck am vergangenen Samstag. Eine Aussage, die auch Samuel Fitwi nach seinem Titelgewinn auf der Männer-Langstrecke so oder so ähnlich machen könnte. Sowohl die 17-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier als auch der Deutsche Fünf-Kilometer-Rekordler von der LG Vulkaneifel griffen im Sommer wegen Verletzungen oder Krankheit nicht ins Wettkampfgeschehen ein. Im Matsch des Crosslauf-Parcours von Sonsbeck am Niederrhein gab es mit DM-Medaillen aber einen versöhnlichen Jahresabschluss.

Unter größerem Druck stand dabei Fitwi. Sechs Tage nach der für ihn nicht zufriedenstellenden Europameisterschaft im Geländelauf (19. Platz, vor zwei Jahren war er Sechster) ging der DM-Titelverteidiger als Favorit in den Abschlussrennen über 10,1 Kilometer. Fitwi hielt sich auf den ersten drei der fünf Runden zurück. „Ich war in den Tagen nach der EM richtig müde und ko“, erklärt er. Viel trainieren konnte Fitwi in den fünf Tagen zwischen EM- und DM-Rennen sowieso nicht. Die Erholungszeit schien ihm aber gut getan zu haben. In Sonsbeck wirkte der 25-Jährige frischer als in Dublin, als er zunächst in der sich schnell bildenden Drei-Mann-Führungsgruppe mit Jonathan Dahlke (Leverkusen) und Aaron Bienefeld (Hanau) einfach mitlief. „Ich habe mir gedacht, ich mache am Anfang einfach mal locker“, erklärt Fitwi. Auf der der vorletzten Runde zog er dann das Tempo anzog, hatte er schnell 50 Meter Vorsprung. Den galt es auf der Schlussrunde nur noch zu halten. In exakt 33 Minuten siegte Fitwi mit 16 Sekunden Vorsprung vor Bienefeld. Dahlke (33:43), dessen Mutter Birgit (geborene Bormann) aus Prüm stammt und als Jugendliche Leichtathletik bei der LG Vulkaneifel betrieb, bevor so zum Fußball wechselte und es bis in die Nationalmannschaft schaffte.

Während Fitwi nach einer Salmonellen-Infektion im Sommer bereits im Oktober wieder mit DM-Silber und -Bronze im Straßenlauf über zehn Kilometer und Halbmarathon eine Standortbestimmung im nationalen Vergleich hatte, waren die Deutschen Crosslauf-Meisterschaften Bierbrauers erster DM-Start seit mehr als einem Jahr. „Ich konnte meine Chancen nicht so einschätzen, weil ich nicht wusste, wie gut meine Form schon wieder ist“, erzählt die Gymnasiastin. Nach U-18-Bronze 2020 orientierte sie sich direkt an der Spitze. „Ich hatte mir vorgenommen, die ersten paar Hundert Meter direkt ganz schnell zu laufen“, berichtet Bierbrauer. Als die spätere Siegerin Kira Weis (Gerlingen) sich absetzte, konnte auch die Triererin den Anschluss nicht halten, es öffnete sich aber auch eine Lücke zur Drittplatzierten, Carolin Hinrichs (Löningen). Einen knappen halben Kilometer vor dem Ziel versuchte Bierbrauer mit einer Tempoverschärfung noch einmal näher an die Führende heranzukommen. „Dann hatte ich aber doch Angst, dass ich vielleicht noch total einbrechen würde“, erzählt sie, dass es wichtiger war, die Vizemeisterschaft abzusichern.

 Rebecca Bierbrauer vom Verein Silvesterlauf Trier (hier beim Crosslauf in Breit) machte sich mit dem Gewinn der Deutschen U-18-Vizemeister bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.
Rebecca Bierbrauer vom Verein Silvesterlauf Trier (hier beim Crosslauf in Breit) machte sich mit dem Gewinn der Deutschen U-18-Vizemeister bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Foto: Holger Teusch

Mit ihrem zweiten Platz führte Bierbrauer das U-18-Team des Vereins Silvesterlauf Trier auf den sechsten Platz. „Es war cool, dass wir so einen Wettkampf zusammen machen konnten“, freute sie sich über die Leistungen von Emma Thein, Johanna Dolk und Carla Lucas. Der Mannschaftsgedanke war auch Marc Kowalinski wichtig, auch wenn der Lauftrainer des PST Trier ein wenig hadderte. Die U-23-Junioren mit Abraham Wirtz, Jakob Hering, Benjamin Sjögren und Constantin Fuchs belegten den undankbaren vierten Platz. Bei der männlichen U-18-Jugend konnte Simon Quint mit muskulären Problemen nicht an die Leistungen der Vorbereitungsrennen anknüpfen und war als 49. hinter Jan Gerth (33.) zweitbester PST-Läufer. Dem Trierer U-18-Team fehlten als Fünftplatzierte mit 139 Punkten knapp 30 Zähler zur Bronzemedaille. Nicht außer Reichweite, wie Kowalinski aus eigener Erfahrung zu seiner eigenen Aktivenzeit weiß.

Ergebnisse:

Frauen, 6100 m: 1. Alina Reh (SSC Berlin) 21:44 Minuten, 2. Lea Meyer (Löningen) 22:25, 3. Domenika Mayer (Regensburg) 22:32.

Männer, 4100 m: 1. Johannes Motschmann (Berlin) 12:47 Minuten, 33. Jakob Gieße (LG Vulkaneifel) 14:38.

10 100 m: 1. Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel) 33:00 Minuten, 2. Aaron Bienefeld (Hanau) 33:16, 3. Jonathan Dahlke (Leverkusen) 33:43

Juniorinnen U 18, 4100 m: 1. Kira Weis (Gerlingen) 15:31 Minuten, 2. Rebecca Bierbrauer (Silvesterlauf Trier) 15:34, 3. Carolin Hinrichs (Löningen) 15:38, 38. Emma Thein 17:59, 53. Johanna Dolk 18:56, 57. Carla Lucas 19:23 (alle Silvesterlauf Trier). - Team: 6. Silvesterlauf Trier.

Junioren U 23, 4100 m: Benedikt Brem (Regensburg) 13:18 Minuten, 16. Abraham Wirtz 14:22, 32. Jakob Hering 15:13, 37. Benjamin Sjögren 15:42 (alle PST Trier), 38. Johannes Hein (Trier/LG Region Karlsruhe) 15:44, 41. Constantin Fuchs (PST Trier) 15:46. - Team: 4. PST Trier.

U 18, 4100 m: 1. Lukas Ehrle (LG Brandenkopf) 13:39 Minuten, 33. Jan Gerth 15:02, 49. Simon Quint 15:23, 57. Philipp Adam 15:42, 72. Hannes Hubertz 16:39 (alle PST Trier), 73. Jan Rinnenburger (Silvesterlauf Trier) 16:39. Team: 5. PST Trier.

U 16, 2100 m (keine DM): 18. Aeneas Thor Hauf (PST Trier) 7:47 Minuten.

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