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Bierdusche für Jens Roth durch den Europameister

Bierdusche für Jens Roth durch den Europameister

Die Trierer Jens Roth als Gesamt-Zweiter und Andreas Theobald als drittschnellster U23-Teilnehmer gewannen am vergangenen Sonntag Edelmetall bei den Europameisterschaften im Crosstriathlon im Südschwarzwald.

Als es auf der Mountainbike-Strecke zweimal an der Brauerei im Schwarzwald vorbei ging, konnte sich Jens Roth kein Bier leisten. Bei der Siegerehrung goss der einzige Triathlet, der bei den Cross-Europameisterschaften am Schluchsee vor dem Ausdauersportler von Tri Post Trier lag, gleich ein Magnumglas über ihn.

Mit der Bierdusche erkannte Arthur Forissier Roths Leistung an. Bis knapp fünf Kilometer vor dem Ziel hatte der Monzelfelder in Führung gelegen. Dann erst konnte der Franzose ihn überholen. "Dranbleiben konnte ich nicht, weil er viel zu schnell war", sagt Roth. Außerdem wusste er nicht, dass Forissier der neue Führende war. "Das Führungsfahrrad ist bei mir geblieben", erklärt Roth. Er nahm an, dass der an ihm vorbei preschende Läufer erst seine erste 2,5-Kilometer-Runde in Angriff nahm, während er schon in der zweiten war. Die Aufklärung gab es erst im Ziel. Enttäuscht war Roth trotzdem nicht. Im Gegenteil: "Nach dem X-Terra im Frühjahr in Portugal habe ich auf eine Topten-Platzierung gehofft. Ich hätte nie geglaubt, dass ich so lange in Führung liegen würde. Ich bin richtig stolz!"

Fast eine halbe Minute vor dem zweitschnellsten Schwimmer kam Roth (21:35 Minuten) nach 1,5 Kilometer aus dem Schluchsee. Forissier (25:08) lag fast viereinhalb Minuten dahinter und noch deutlich hinter Theobald (23:41). Doch auf der 30 Kilometer langen Mountainbikestrecke an besagter Brauerei vorbei zeigte der Franzose (1:21:19 Stunden) zusammen mit dem Russen Pavel Andreev seine Klasse, machte fast zwei Minuten auf Roth (1:23:13) gut und überholte Theobald. Der zweite EM-Teilnehmer von Tri Post Trier hatte technische Probleme. "Der Umwerfer hat sich kurz vor der zweiten Runde verbogen und ich musste 15 Kilometer mit schlackernder und springender Kette fahren", erzählt der 22-Jährige.

Eigentlich habe er das Rennen bereits abgehakt gehabt, doch durch das Malheur sparte Theobald Kraft und konnte beim Abschlusslauf über zehn Kilometer noch einmal richtig aufdrehen. "Das war Extremcross mit Steigungen, die man fast gehen musste", erzählt er. Dass er dabei bis auf den dritten Platz bei den unter 23-Jährigen vorlief, erzählte ihm erst im Ziel der 1:42 Minuten schnellere Roth. Wie schwer die Strecke war, zeigt, dass 32-Minuten-Läufer Theobald 46:36 Minuten und Roth 47:51 Minuten im Schwarzwald benötigten.