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Brennende Lunge bei U20-Skilanglauf-Weltmeisterschaft Finnland

Skilanglauf : Brennende Lunge im kalten Finnland

Jan Stölben aus Manderscheid scheitert als bester Deutscher im Sprint der U-20-Weltmeisterschaft in Vuokatti erst im Halbfinale.

Die Lunge brennt bei zweistelligen Minusgraden! Jan Stölben macht Kälte wenig aus, doch bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Skilanglauf in Finnland friert sogar der 19-Jährige aus Manderscheid. „Das ist schon hart an der Grenze“, sagt er über die Wetter-Bedingungen. Stölben hat sich aber durchgekämpft, es am Dienstag (9. Februar) bis ins Halbfinale des Sprints der Unter-20-Jährigen (U 20) geschafft und ist damit bester Deutscher.

„Vor mir waren nur Skandinavier und zwei Russen, da kann ich zufrieden sein“, freute sich Stölben, obwohl er das Finale der besten Sechs nach seinem dritten 1,4-Kilometer-Sprint innerhalb weniger Stunden um rund zwei Sekunden verpasste. Er war nicht nur einziger Deutscher im Halbfinale, sondern der Einzige aus einer Gegend, in der nicht ähnlich viel Schnee liegt wie in Nordeuropa oder Kanada.

Beim Qualifikationsrennen fürs Finale hatte Stölben als Zweiter seines Viertelfinales (hinter dem späteren Bronzemedaillengewinner Emil Danielsson aus Schweden) eine schwierige Startposition. „Ich war beim Start weit außen und habe direkt in der ersten Kurve außen etwas Boden verloren“, erzählt er. Im anschließenden Anstieg konnte Stölben zwar den Rückstand konstant halten, auf der Abfahrt war er ohne Windschatten im Nachteil, so dass er als Fünftplatzierter seines Rennens nicht ins Finale kam. Das erreichten die Erst- und Zweitplatzierten der beiden Halbfinals sowie zwei weitere Zeitschnellste.

 Zufrieden als bester Mitteleuropäer im Sprint der U-20-Skilanglauf-WM in Finnland: Jan Stölben aus Manderscheid.
Zufrieden als bester Mitteleuropäer im Sprint der U-20-Skilanglauf-WM in Finnland: Jan Stölben aus Manderscheid. Foto: Jan Stölben/Jan Stölben (Selfie)

Schon der Prolog und das Viertelfinale hatten Stölben viel Kraft gekostet. In der Qualifikation waren seine Ski zu glatt. „Ich kam den Berg nicht gescheit hoch“, erzählt er, dass er schon dachte direkt in der ersten Runde raus zu sein. Mit dem 23. Platz hatte er am Ende aber doch noch gut zwei Sekunden Luft. „Das Viertelfinale war gefühlt eine halbe Schlägerei“, sagt Stölben über die zweite Runde. Es ging ruppig zu. Eine Stockspitze wurde ihm kaputt getreten. „Da war ich zufrieden, dass ich als Zweiter solide ins Halbfinale kam.“

Der Skilanglauf-Sprint berge immer das Risiko durch Sturz oder Behinderung ohne eigenes Verschulden auszuscheiden, erklärt Stölben. Das liegt in der Natur der Disziplin, die dem ersten Ski-WM-Teilnehmer aus der Eifel am besten liegt. Am Donnerstag (11. Februar) startet er aber auch im Distanzrennen über zehn Kilometer. Zum WM-Abschluss am Wochenende sollte der Manderscheider, der beim SLV Ernstberg mit dem Wintersport begann und vor mehr als drei Jahren vom Dauern Geschwister-Scholl-Gymnasium ans Sportinternat in Winterberg im Sauerland und zum SK Wunderthausen wechselte, als bester DSV-Sprinter einen Platz in der deutschen Staffel sicher haben.

Ergebnisse U-20-WM Sprint