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Chance auf deutschen Sieg beim Luxemburg-Marathon

Marathon : Chance auf deutschen Sieg

Der sechsmalige Kröver Mitternachtslauf-Gewinner Jonas Lehmann greift am Samstag (28.5.) beim ING Night Marathon Luxembourg nach einer noch größeren Nachtlaufkrone.

Die Karten werden neu gemischt beim 15. ING Night Marathon Luxembourg. Erstmals seit der Premiere 2006 wurden wegen den Unsicherheiten möglicher Corona-Einschränkungen keine afrikanischen Läufer für das prestigeträchtige 42,195-Kilometer-Rennen eingeladen. Dass ein Europäer am Samstagabend (28. Mai) als Erster über die klassische Distanz in die Messehalle auf dem Kirchberg einläuft, scheint abgemachte Sache. Es ist auch die Chance für den ersten Sieg eines Luxemburger - oder eines Deutschen.

Eine Woche vor dem Kröver Mitternachtslauf am 4. Juni will nämlich der sechsmalige Gewinner des Kultlaufs an der Mosel Jonas Lehmann im Großherzogtum die Konkurrenz aufmischen. Die Aussichten sind gut: Der 32-Jährige vom Udo-Bölts-Club TuS Heltersberg in der Pfalz hat in diesem Frühjahr den profilierten Marathon Deutsche Weinstraße in 2:28:27 Stunden gewonnen. Lehmann galt lange Zeit als Berglauf-Spezialist. Er war Deutscher U-23-Juniorenmeister und nahm mehrmals an Welt- und Europameisterschaften in dieser Disziplin teil. Der 42-Kilometer-Parcours durch Luxemburg mit rund 300 Höhenmetern dürfte Lehmann wie auf den Leib geschnitten sein. Die Luxemburger um den ehemaligen Landesmeister Philippe Gillen, der 2019 beim (flachen) Frankfurt-Marathon 2:25:45 Stunden erzielt hatte, werden aber Lehmann aber im Auge behalten. Auch bei den Frauen hat der luxemburgische Leichtathletik-Verband FLA mit der Dritten der Zehn-Kilometer-Landesmeisterschaften Anny Wolter, Annette Jaffke aus Grevenmacher, die als Jugendliche zeitweise für die LG Langsur startete, und Marathon-Landesmeisterin Karin Schank mindestens drei heiße Eisen im Feuer.

Mehr als 12.000 Teilnehmer werden nach zwei Jahren Corona-Pause zur Wiederauflage des Nachtlaufs erwartet. Gespannt sein darf man, ob die Stimmung ähnlich überkocht, wie vor der Pandemie. Der Luxemburg-Marathon gilt mit zuletzt geschätzten 100.000 Zuschauern weltweit als einer der stimmungsvollsten Laufveranstaltungen. Dutzende Bands heizen den Läufern am Streckenrand ein.

Teilnehmerstärkster Wettbewerb ist wie mittlerweile bei vielen Stadtmarathons aber der Lauf über die halbe Distanz. Über 21,1 Kilometer dürfen sich auch die Läufer aus der Region Trier Chancen auf eine vordere Platzierung ausrechnen. Bei den Männern ist der zuletzt über zehn Kilometer verbesserte Kevin Bohn aus Palzem gemeldet. Die Läuferinnen des LT Schweich (LTS) könnten davon profitieren, dass ihr Vereinskamerad Markus Wolff zusammen mit Martin Müller von der LG Meulenwald Föhren offizieller Tempomacher für eine Zeit von 1:30 Stunden ist. Marina Wierz und Tine Hausmann sind für so eine Zeit gut, mit der man auf der nicht leichten Strecke bei den Frauen durchaus in Podestnähe kommt. Das gelang bereits Yvonne Engel als Halbmarathon-Zweiten. Die LTS-Läuferin ist erstmals seit 2018 wieder in Luxemburg mit dabei.