Das erste und das letzte Mal New-York-Marathon

Leichtathletik : Das erste und das letzte Mal New-York-Marathon

Mit der Vorbereitung auf den New-York-Marathon begannen vor 25 Jahren die Eifelläufe. Die Initiatoren Peter de Winkel und Guido Kirsch kehrten mit einer zwölfköpfigen Gruppe von Eifelläufern zum weltgrößten Marathon zurück.

Na klar, ein bisschen Wehmut ist natürlich dabei. Aber da ist vor allem Dankbarkeit und auch Stolz bei Guido Kirsch. Beim diesjährigen Marathon in New York beendete der 67-Jährige seine Auftritte auf der 42,195-Kilometer-Strecke. Vor 25 Jahren lief Kirsch erstmals diese klassische Distanz - ebenfalls in New York. Der diesjährige war sein 25. Begleitet wurde er wie 1994 von Peter de Winkel und zehn weiteren Aktiven der Gruppe der Eifelläufer im Verein Eifelmarathon. De Winkel lief sogar seinen 40. Marathon.

„Es war anders, als der erste, aber wieder total beeindruckend“, sagt Kirsch. „Anders, weil die Sicherheitsmaßnahmen überall im Vordergrund stehen“, erzählt der Geschäftsführer der Lebenshilfe Prüm. Der 11. September 2001 hat seine Spuren hinterlassen. Aber wie schon vor einem Vierteljahrhundert ist Kirsch beeindruckt von der Begeisterung der Zuschauer: „Das ist mit keinem anderen Marathon vergleichbar. Sogar die Cops an jeder Ecke haben gelächelt.“ „Ganze Schulklassen stehen sonntagmorgens um sechs Uhr mit ihren Lehrern am Straßenrand und wünschen einen guten Lauf“, ergänzt de Winkel. Das ganze Drumherum mache den New-York-Marathon einzigartig. Dazu gehört auch, dass jedem, der am Tag nach dem Rennen an umgehängter Finisher-Medaille (de Winkel: „Das ist Pflicht in New York!“) als Marathonläufer erkennbar ist, auf offener Straße von allen Leuten gratuliert wird. Wie schnell jemand war, ist egal.

Über die Laufzeit machten sich de Winkel und Kirsch diesmal auch keine Gedanken. „Es hat halt etwas länger gedauert, als beim ersten Mal“, sagt der Deutsch-Niederländer de Winkel lachend. Er habe aber nie das Gefühl gehabt, aufgeben zu müssen und nie seine Entscheidung mitzulaufen bereut, so wie er es früher regelmäßig zwischen Kilometer 35 und 38 getan habe. „Ich habe einfach immer nur gedacht: Eh, das ist einfach schön!“, erzählt der 65-Jährige. An der Kreuzung, an der er vor 25 Jahren mit seinem verstorbenen Lauffreund Werner Ehlenz (dem dritten Läufer neben Kirsch und de Winkel, der 1994 aus der Eifel in New York dabei war) ein Foto gemacht hat, hielt er kurz inne: „Die Stelle kenne ich immer sofort.“

Anders als für die New-York-erfahrenen Kirsch und de Winkel war der Lauf durch den Big Apple für Evelyn und Arnold Schmitz eine Premiere. Für Schmitz sogar das Marathon-Debüt. „Eine solche Stimmung habe ich noch nie erlebt, Selbst beim Paris-Marathon nicht. Arnold und ich hatten Namens-T-Shirts angezogen, und die Leute haben unseren Namen an jeder Ecke gebrüllt und uns angefeuert. Das war wirklich motivierend, total ergreifend: Mir sind vor Rührung öfter die Tränen gekommen“, erzählt Evelyn Schmitz. Als Paar in der großen Menge der 53 508 Läufer (die das Ziel erreichte) unterwegs zu sein, sei ein besonderes Gefühl der Gemeinsamkeit gewesen.

Die letzten Kilometer durch den Central Park werde man vom Publikum regelrecht getragen, sagt Evelyn Schmitz. Der Trubel ist riesig, sagt de Winkel: „Am Ende ist man froh, dass es im Ziel ruhiger wird.“ Das Ehepaar Schmitz würde für den Lauf jederzeit wieder nach New York reisen, sagt Evelyn Schmitz, aber ergänzt: „Für die Stadt nicht. Wir sind keine Stadtmenschen und waren froh, wieder in der Eifel zu sein.“

Ergebnisse der Eifelläufer beim New-York-Marathon:

Frauen: 12 352. Evelyn Schmitz 4:50:41 Stunden, 17 953. Dagmar Meyer 5:35:18.

Männer: 10 923. Stephan Grengs 3:47:55 Stunden, 11 436. Thomas Koch 3:49:15, 21 517. Frank Heinzen 4:15:44, 34 480. Arnold Schmitz 4:50:38, 34 713. Julian Merz 4:51:18, 39 815. Philipp Hankes 5:08:28, 36 924. Horst Schreiber 4:57:44, 43 707. Guido Kirsch 5:26:27, 48 197. Peter de Winkel 5:54:52, 51 672. Franz-Josef Hankes 6:40:55.