Laufsport: Dem Himmel ganz nah – Verrückte Läufe in der Region Trier

Laufsport : Dem Himmel ganz nah – Verrückte Läufe in der Region Trier

Vom Treppen-, über Berg- bis zum 100-Kilometer-Lauf: In der Region Trier gibt’s und gab’s jede Menge verrückte Wettbewerbe.

 Ein bisschen verrückt, vielleicht sogar etwas durchgeknallt: Ungewöhnliche Läufe gab und gibt es in der Region Trier schon immer. Der kürzeste dieser Art maß nur etwa 800 Meter. Doch beim sogenannten Himmelsleiterlauf von Trier-West hinauf zur Markusbergkapelle mussten auf dieser Distanz 170 Höhenmeter über 605 Stufen überwunden werden. Brennende Oberschenkel waren garantiert. Zehn Mal rannten Wagemutige zwischen 2002 und 2011 auf der sogenannten Himmelsleiter demselben entgegen. Dann war Schluss, weil die Stufen nicht mehr sicher waren. Ebenfalls infolge von Bauarbeiten endete das Kapitel Berg­lauf zwischen Fell und Thomm. Mit 3390 Metern Distanz und 211 Höhenmetern war aber auch dieses Rennen noch eher ein Sprint.

Den ersten Marathonlauf in der Region Trier gab’s 1956 in Wittlich. Aber erst zu Beginn der 1990er Jahre fasste die 42,195-Kilometer-Strecke mit dem Mosel-Marathon mit Start und Ziel in Kenn – und vor allem mit dem Eifelmarathon zwischen Waxweiler und dem Bitburger Stausee – in der Region so richtig Fuß. Beim Mosel-Marathon wurde auch der bisher einzige 100-Kilometer-Wettkampf (mit Wendepunkt in Bernkastel-Andel) ausgetragen – allerdings nur viermal. Mehr Ausdauer beweist der Ultramarathon über 51,4 Kilometer im Rahmen des Eifelmarathons seit 2013.

Die meisten Ultraläufer dürfte aber der Hospizlauf hervorgebracht haben. Es begann 2004 mit der Idee des Morbachers Jörg Engel, die knapp 200 Kilometer vom Deutschen Eck in Koblenz nach Trier als Spendenlauf zugunsten des  – damals noch im Bau befindlichen – Trierer Hospizhauses innerhalb von 24 Stunden zu bewältigen. Zunächst allein im Winter, meist im Dunkeln laufend, hat sich der Hospizlauf (2019 am zweiten Juli-Wochenende) mittlerweile zu einem der erfolgreichsten deutschen Benefizläufe entwickelt. Das Rezept: Kein Wettkampf, dafür lange, langsam und gemeinsam laufen. Dabei rennt so mancher zum ersten Mal mehr als 42 Kilometer.