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Deutschlands schnellster 5000er soll in Vulkaneifel nach Hillesheim

Leichtathletik : Deutschlands schnellster 5000er soll in die Eifel

Obwohl 2021 das Wetter eine absolute Topzeit beim Hillesheimer Einladungssportfest verhagelte, soll bis zu den Olympischen Spielen 2024 in der Eifel eines der schnellsten deutschen 5000-Meter-Rennen etabliert werden.

„Wir wollen die Geschichte weitererzählen. Es war trotz des Wetters letztes Jahr ein sensationeller Start“, sagt Jörg Ullmann. Mit leuchtenden Augen schildert der ehemalige Deutsche Triathlonmeister bei der Vorstellung der zweiten Auflage des Sparkassen Invitational Hillesheim die Vision für das vom VfL Hillesheim, einem Mitgliedsverein der LG Vulkaneifel (LGV), ausgerichtete Leichtathletik-Meeting in der Vulkaneifel. Das international hochklassig besetzte 5000-Meter-Rennen als Höhepunkt der Veranstaltung soll langfristig eines der schnellsten, wenn nicht das schnellste Deutschlands werden, sagen Ullmann und der LGV-Vorsitzende Yannik Duppich. Natürlich mit und auch für Lokalmatador Samuel Fitwi. Bei der Premieren-Veranstaltung Ende Mai 2021 wurden die angestrebten Zeiten zwischen 13:20 Minuten und 13:30 Minuten nur durch ein Unwetter mit Hagel und Sturm zunichte gemacht (Siegerzeit: 14:00,91 Minuten).

In diesem Jahr am 10. Juni bietet sich zwei Wochen vor den nationalen Meisterschaften für die besten deutschen und internationale Langstreckenläufer eine der letzten Möglichkeiten, sich für die WM in den USA und die EM in München zu qualifizieren. Außer dem Eliterennen sollen sich auch die besten rheinland-pfälzischen Frauen und Männer über 5000 Meter messen. Außerdem ist ein Staffellauf über zwölfeinhalb Runden, beispielsweise für Vereins- oder Betriebsmannschaften, geplant (siehe Extra). Ohne tiefgreifende Corona-Beschränkungen gehen Ullmann und Duppich davon aus, dass auch Zuschauer für gute Stimmung auf der idyllisch gelegenen Sportanlage mit Blick auf die Hillesheimer Stadtmauer sorgen.

„Samuel läuft in aller Welt, aber hier in der Eifel nicht so häufig“, erklärt Ullmann die Grundidee für das Einladungsrennen. Es gab bisher in der Region und in ganz Rheinland-Pfalz schlicht kein Bahnrennen auf mindestens nationalem Top-Niveau. Diese Lücke schließt das Sparkassen Invitational Hillesheim. In der Eifel und bei der LG Vulkaneifel ist mit Samuel Fitwi erstmals seit Karl Fleschen (Olympiateilnehmer 1976) erstmals wieder ein Olympia-Kandidat beheimatet. Das wolle man den Menschen näherbringen.

„Einen solchen Ausnahmesportler in der Vulkaneifel beheimatet zu haben, ist ein Geschenk. Es ist uns ein großes Anliegen zu zeigen, dass wir in unserer Region in der Lage sind, einen solchen Spitzensportler so zu fördern und so zu entwickeln, dass das große Ziel, die Olympiateilnahme wirklich erreicht werden kann“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Vulkaneifel  Dietmar Pitzen. Das Engagement des Geldinstituts erstreckt sich nicht nur über die Titelsponsorschaft beim Hillesheim Invitational, man unterstützt auch Fitwi persönlich.

Das Sportfest-Projekt sei langfristig angelegt. Man habe einen Vertrag bis zum Olympiajahr 2024 geschlossen, sagt Pitzen, aber man wolle die Initiative grundsätzlich noch länger begleiten. Über die Höhe des Engagements halten sich alle Beteiligte bedeckt. Ullmann betont jedoch: „Es ist eine gute Basis etwas zu machen.“ Fitwis Ausrüster Saucony, 2021 Titelsponsor in Hillesheim, konzentriert sich mittlerweile auf eine eigene Laufserie.

„Im letzten Jahr haben wir das Rennen innerhalb von vier, fünf Wochen, unter Pandemie-Bedingungen, recht gut organisiert bekommen“, blickt Fitwis Trainer Duppich auf die Premiere in Hillesheim zurück. Und voraus: „Jetzt haben wir mehr Vorlauf und wollen die Zeit nutzen. Im vergangenen Jahr hatten wir acht Nationen am Start. An der Spitze und in der Breite wollen wir das Startfeld noch weiter verbessern.“ Stolz mache ihn, dass er beispielsweise beim Crosslauf im belgischen Hannut, wo sein Schützling siegte (der TV berichtete), von Spitzenathleten auf auf die Neuauflage des Hillesheimer 5000ers angesprochen worden sei. Duppich: „13:20 Minuten war letztes Jahr die Vorgabe. Dieses Jahr soll es in dieselbe Richtung gehen, aber mit einem noch stärkeren Starterfeld.“ Man werde nie das größte Sportfest Deutschlands organisieren können, weiß Ullmann, aber man habe andere Qualitäten: „Stimmungsvoll und hochwertig, das ist die Zielsetzung.“