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DM-Macher Leichtathletik-Verband müssen wegen Corona flexibel sein

Leichtathletik : DM-Macher müssen wegen Corona flexibel sein

Für den 26. und 27. Juni sind in Koblenz die Deutschen Meisterschaften der U-23-Junioren geplant. Aus der Region Trier werden Kampfrichter und Aktive dabei sein.

„Momentan planen wir zunächst mal so, als ob es keine Einschränkungen wegen des Coronavirus gäbe“, sagt Achim Bersch. Natürlich ist es der Wunsch des Geschäftsführers des Leichtathletik-Verbands Rheinland (LVR), dass am letzten Juni-Wochenende die Deutschen Meisterschaften der U-23-Junioren möglichst normal über die Bühne gehen können. Rund 600 Athleten bis 22 Jahre sollen dann im Stadion Oberwerth in Koblenz um 32 nationale Titel in 16 Disziplinen (jeweils Frauen und Männer) kämpfen. „Solange die Europameisterschaften der U 23 nicht abgesagt werden, bin ich mir sicher, dass auch die DM stattfinden wird“, schätzt Bersch die Lage ein. Denn in Koblenz wird endgültig über die Zusammensetzung der Nationalmannschaft entschieden.

In Koblenz mit dabei sein möchte die TV-Nachwuchssportlerin des Jahres Hanna Kaiser. „Dass die DM in Koblenz, nur eine Stunde Fahrt entfernt ist, ist super. Es ist kaum zu glauben“, freut sich die 18-Jahre alte Diskuswerferin der LG Bernkastel-Wittlich. Sonst fahre man nach Rostock, Bremen oder irgendwo nach Bayern. Anfahrten, die Freunde und Fans aus der Heimat nur selten auf sich nehmen.

Ob am letzten Juni-Wochenende auch Zuschauer zugelassen sind, kann noch niemand sagen. Momentan bleibe nichts anderes übrig, als für das übliche Programm zu planen, sagt LVR-Mitarbeiterin Jennifer Jüngling. Zusatzarbeit bedeutet die Erstellung eines Hygienekonzept. „Wir stehen im fast täglichen Kontakt mit dem DLV und haben auch mit der Stadt Koblenz einen guten Austausch und tollen Partner an unserer Seite. Alle sind inzwischen geübt mit dem Thema Corona, daher bin ich mir sicher, dass sich gute Lösungen finden werden“, zeigt sich Bersch optimistisch.

 Jennifer Jüngling aus Platten bei Wittlich ist Leiterin Wettkampfvorbereitung für die Deutschen Meisterschaften der U-23-Junioren, die in diesem Sommer in Koblenz stattfinden sollen.
Jennifer Jüngling aus Platten bei Wittlich ist Leiterin Wettkampfvorbereitung für die Deutschen Meisterschaften der U-23-Junioren, die in diesem Sommer in Koblenz stattfinden sollen. Foto: Holger Teusch

Jüngling ist eine von 45 Funktionären im höchsten nationalen Kampfrichterkader (NTO) und bei der U-23-DM Leiterin Wettkampfvorbereitung. Die 31-Jährige aus Platten bei Wittlich erklärt, dass man im Normalfall bei einer Deutschen Meisterschaft mit wesentlich mehr Wettkampfhelfern rechnen müsse, als etwa bei einer Bezirksmeisterschaft. Zum Beispiel bei der Kontrolle der Wurfgeräte: Wo bei kleinen Sportfesten eine Person ausreicht, um zu prüfen, ob Disken, Speere, Kugeln und Wurfhammer schwer genug sind, sind für das letzte Juni-Wochenende drei Personen eingeplant. Beim Weitsprung sind stehen im Idealfall bis zu zwölf Helfer rund um die Sandgrube, nennt Jüngling ein weiteres Beispiel.

„Unter Corona-Bedingungen muss man über die ein oder andere Position noch einmal diskutieren“, weiß Jüngling. „Das Wichtigste am Hygienekonzept ist, wie viele Personen gleichzeitig im Stadion sind.“ Bei der Hallen-DM am vergangenen Wochenende in Dortmund wurde jeder der beiden Wettkampftage beispielsweise noch einmal aufgeteilt. „Wegen Corona müssen wir kurzfristig planen, was das Ganze noch aufregender macht, als bei den Süddeutschen Meisterschaften“, erklärt Jüngling.

Bereits bei den von der Teilnehmerzahl noch größeren Titelkämpfen vor zwei Jahren leitete die ehemalige Mehrkämpferin die Wettkampfvorbereitung und übernahm an den Meisterschaftstagen die Einsatzleitung. Die Erfahrung habe gezeigt, dass man sich besser auf eine Aufgabe konzentriere. Denn im Endeffekt sei sie mit ihrem Wissen aus der gesamten Planungsphase „Mädchen für alles“ und entsprechend gefragt.

Als einer von den nach momentanen Stand rund 300 Kampfrichter und Helfer könnte Michael Strupp am 26. Juni mit einer Frage auf Jüngling zukommen. Der Dreispringer aus Konz ist mit 24 Jahren der U-23-Klasse entwachsen, gehört aber zu den 13 ranghöchsten Zielbildauswertern Deutschlands. Bei der U-23-DM wird er allerdings nicht im Ziel zu finden sein. „Ich habe keine Präferenzen angegeben“, sagt Strupp. „Ich fühle mich in allen Disziplinen regelfest und freue mich auf neue Erfahrungen und den Austausch mit anderen Kampfrichtern.“ Und er drückt seinem jüngeren Bruder Aaron die Daumen, der in seinem letzten U-23-Jahr als Hochspringer dabei sein kann. Vielleicht legt er ihm ja die Latte zu einer neuen persönlichen Bestleistung auf.