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Drei Blasen an den Füßen, aber jede Menge Spaß

Drei Blasen an den Füßen, aber jede Menge Spaß

Natürlich laufen ist in, aber Markus Rossen nicht dem Trend hinterher. Der 29-Jährige aus Bleialf mag die Freiheit an den Füßen und hofft, dass sich durchs Barfußlaufen sein Laufstil verbessert. Am vergangenen Sonntag rannte er sogar beim Crosslauf in Mehren bei Temperaturen knapp über null Grad ohne Schuhe.

 Markus Rossen aus Bleialf läuft auch im Winter und bei Crossläufen barfuß.
Markus Rossen aus Bleialf läuft auch im Winter und bei Crossläufen barfuß. Foto: Holger Teusch

Abele Bikila nahm den umgekehrten Weg, als Markus Rossen ihn geht. Nachdem er 1960 auf Roms Pflaster den olympischen Marathon barfuß gewonnen hatte, siegte der Äthiopier vier Jahre später in Tokio mit Schuhen. Nun wird Rossen wahrscheinlich nie Olympiasieger werden, aber ein wenig auf Bikilas Spuren wandelt oder besser läuft der Bleialfer trotzdem. "Laufen ist Freiheit. Beim Barfußlaufen fühle ich mich noch lebendiger und es macht doppelt soviel Spaß wie sowieso schon", sagt der 29-Jährige.

Sieht man zuweilen Lauf-Teilnehmer im Sommer und bei Straßenläufen barfuß, so geht Rossen noch einen Schritt weiter. Am vergangenen Sonntag lief er über Stock und Stein beim Crosslauf durch den Mehrener Lehwald ohne Schuhe. Die 3,4-Kilometer-Strecke absolvierte er zunächst mit konventioneller Bekleidung. Als er sich überzeugt habe, dass er die Runde auch barfuß laufen könne, zog er für das 8,8-Kilometer-Rennen die Schuhe aus.

Temperaturen wenig über dem Gefrierpunkt, Pfützen und die Gefahr auf spitze Steine oder in Dornen zu treten, schreckten ihn nicht. "Hier und da ist es auch mal was unangenehm je nachdem, worauf man tritt, aber das ist wohl kaum zu vermeiden. Willensstärke ist gefragt", sagt Rossen. Wer viel barfuß laufe, trainiere sich eine gute Fußmuskulatur an und bilde eine schützende Hornhaut aus. Den Pfützen sei er sogar extra nicht ausgewischen, erzählt er: "Es war zwar kalt, aber irgendwie auch aufregend. Doch am besten fand ich den Matsch, zum Beispiel bei den tiefen Traktorspuren."

Als er nach 42:28 Minuten als 24. unter 64 Startern ins Ziel kam (über 3400 Meter war er sogar Fünfter geworden), waren sein Füße durch die Belastung zwar etwas taub und Rossen hatte drei Blasen, war aber stolz, die Herausforderung gemeistert zu haben. Beim Tunnellauf seines Vereins SC Bleialf lief er bereits einen Halbmarathon ohne Schuhe (21,1 Kilometer in 1:36:59 Stunden), doch der Untergrund beim Crosslauf in Mehren war noch einmal etwas ganz anderes. Sein Ziel: Irgendwann die volle Marathondistanz barfuß zu laufen.

Mehr und mehr die Schuhe beiseite stellt Rossen seit Frühjahr vergangenen Jahres. "Ich habe anfangs auf dem Fußballrasenplatz in Bleialf meine Runden gedreht und bin anschließend über Asphalt nach Hause gelaufen", erzählt er. Auch auf dem harten Untergrund sei das ein tolles Gefühl gewesen, so dass er immer öfter die Schuhe im Schrank ließ. Außer dem Gefühl der Freiheit hofft Rossen, durch das Barfußtraining seinen Laufstil zu verbessern und damit auch schneller zu werden. Es scheint zu klappen, sagt er: "Inzwischen laufe ich einen Kilometer unter drei Minuten. Vorher war das nicht möglich."

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