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Eifel-Seniorenläufer Gunter Berger: Gemeinschaft fehlt, Ehrgeiz bleibt

Leichtathletik : Die Gemeinschaft fehlt, der Ehrgeiz bleibt

In wenigen Tagen feiert Gunter Berger seinen 80. Geburtstag. Corona konnte den Seniorenläufer der LG Pronsfeld-Lünebach nicht stoppen. Im Gegenteil!

(teu) Als vor einem Jahr mit dem ersten Corona-Lockdown der Trainingsbetrieb auch bei der LG Pronsfeld-Lünebach von einem Tag auf den anderen stillstand, war auch Gunter Berger arg betroffen. Das gemeinsame LG-Training jeden Mittwoch auf der Kunststoffbahn in Prüm fiel flach. Das Treffen mit anderen Sportlern bei Volksläufen sowieso. „Die Geselligkeit, das Zusammensein mit den anderen Läufern, das fehlt“, sagt der Rentner aus Daleiden über die Situation damals wie heute. Unterkriegen lässt sich Berger aber nicht. „Ich hatte keine Lust einfach nur zu Hause zu sitzen“, sagt er. Also ging Berger raus und läuft mittlerweile so viel, wie noch nie in seinem Leben. Wöchentlich in etwa so viele Kilometer wie er Anfang April an Lebensjahren vollendet: 80

Der Sport hat Gunter Berger bisher gut über die Corona-Zeit gebracht. „Ich habe mich so weit es ging von allen Leuten fern gehalten“, erzählt er. „Da bot es sich an, allein zu laufen, obwohl ich auch gerne einen Laufpartner gehabt hätte.“ Durch die regelmäßige Bewegung an der frischen Eifelluft hat er einen festen Rhythmus. Der auch den Ruhetag zur Erholung nach einem Lauftag beinhaltet. Nur nicht übertreiben! Gunter Berger will noch möglichst lange seiner Laufleidenschaft nachgehen. Deshalb ist ein Marathon (42,195 Kilometer) eigentlich kein Thema.

„Ich bin im Training zwar schon wieder 30 Kilometer gelaufen, aber aus Erfahrung weiß ich, dass ein Marathon erst auf den letzten zehn Kilometern so richtig anfängt“, erzählt Berger. Bevor sich der gebürtige Bergisch Gladbacher nach fast zwei Jahrzehnten Pause nach seinem Umzug in die Eifel wieder verstärkt dem Ausdauersport widmete, war Berger viel gelaufen. Unter anderem 25 Mal Marathon. Einige Male in weniger als drei Stunden. „Im Grund hatte es damit anfangen, dass mein Hausarzt mir mit 40 Jahren zum Laufen geraten hat. Als ich ihm irgendwann erzählte, dass ich auch Marathon laufe, sagte er, so habe er das dann doch nicht gemeint“, erzählt Berger schmunzelnd.

Dass der ehemalige Inhaber eines Steuerbüros aus Nordrhein-Westfalen fast zwei Jahrzehnte nur sporadisch lief und nicht an Wettkämpfen teilnahm, liegt an der Jagdleidenschaft seiner Frau. Deshalb zog das Ehepaar 2012 auch in Eifel. Als die Jagdpacht auslief, hatte Gunter Berger wieder mehr Zeit für den Ausdauersport. „Meiner Gesundheit tut das gut“, hat er festgestellt.

Dass das vermehrte Training der Corona-Zeit selbst mit dem Start ins neunte Lebensjahrzehnt noch schneller macht, würde Berger natürlich gerne unter Beweis stellen. „Ich würde mich freuen, wenn das mit den Wettkämpfen bald wieder losgehen würde“, sagt er. Über Halbmarathon (21,1 Kilometer) könnte der Rheinlandrekord für Über-80-Jährige von 2:19:18 Stunden in Reichweite kommen. Berger hat nicht nur die langen Strecken, sondern alles ab 100 Meter im Visier. Alljährlich, bisher 36 Mal, hat er nämlich das Deutsche Sportabzeichen abgelegt und sich so eine gewisse Vielseitigkeit erhalten.