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Ein Leben mit dem Sport

Läufer-Geburtstag : Ein Leben mit dem Sport

Waldemar Hartmann aus Daun vollendet am Samstag sein 95. Lebensjahr. Er war 1993 einer der Retter der LG Vulkaneifel und Vater der Crosslaufserie im Kreis Daun.

Der Wind konnte nicht zu eisig wehen! Auch mit über 80 Jahren traf man Waldemar Hartmann rund um den Ernstberg bei Daun noch auf Langlaufski. Dank seiner guten Technik konnten die Loipen zugeweht sein, Hartmann zeigte manch jüngeren Skilangläufer trotzdem die Haken. Er war 80 Jahre alt, als er zum letzten Mal den Engadin-Skimarathon über 42 Kilometer bewältigte.

Der Wintersport war nur eine der sportlichen Passionen des Diplom-Ingenieurs und langjährigen Professors an der Trierer Fachhochschule. Auf eine Sportart und Disziplin hat sich Hartmann nie beschränkt. Als Neunjähriger trat er in den TuS Daun ein. „Von da an hat mich der Sport nicht mehr losgelassen“, sagte der gebürtige Dauner einmal. Er turnte, spielte Fußball und Tennis und war als Leichtathlet ein guter Hochspringer (1,70 Meter in der sogenannten Straddle-Technik). Frühaufsteher trafen ihn lange Zeit gegen sieben Uhr Im Dauner Hallenbad. Weil auch das Rennrad über viele Jahre zu seinem Lieblingssportgerät zählte, war es kein Wunder, dass er - bereits über 60 - an eine der ersten Triathlon-Veranstaltungen in der Region teilnahm. Denn laufen konnte der mehrfache Senioren-Landesmeister ja sowieso.

Das Streben nach Titeln und Medaillen, die Hartmann in den Altersklassen bis auf nationale Ebene im Langstreckenlauf ins Visier hätte nehmen können, war aber trotz seiner Fitness nie sein primäres Ziel. Dann schon eher, sich für den Sport an sich einzusetzen. Schon als junger Architekt kämpfte Hartmann zu Beginn der 1950er Jahre für den Bau des Dauner Wehrbüschstadions. Die ersten Pläne entstanden auf dem Reißbrett seines Büros. Einfach war die Planung wegen den landschaftlichen Begebenheiten nicht. Die erste Rundbahn hatte nicht die übliche Länge von 400 Metern, sondern war nur 375 Meter lang. Der Laufuntergrund war natürlich noch nicht Kunststoff mit den heute üblichen eingearbeiteten Markierungen für alle möglichen Laufstrecken, Hürdenpositionen und Staffelwechselmarken, sondern es war eine sogenannte Aschenbahn. Die immer wieder nötigen Markierungsarbeiten mit Abstreuwagen und Kalk entwickelten sich wegen der ungewöhnlichen Bahnlänge zu einer Wissenschaft für sich.

Als die LG Vulkaneifel (LGV) 1993 am Abgrund stand, engagierte sich Hartmann als einer der Retter. Nach dem plötzlichen, gesundheitlich bedingten Ausfall von Johannes Frings, der damals Leichtathletikkreis- und LGV-Vorsitzender in Personalunion war, fand sich zunächst niemand für diese Positionen. Doch Hartmann übernahm den Kreisvorsitz und LGV-Gründungsvater Christoph Müller gab in dieser Konstellation sein Comeback als Vorsitzender der Startgemeinschaft. Was folgte war das vielleicht erfolgreichste LGV-Jahrzehnt mit zahlreichen DM-Titeln und Nationalmannschaftseinsätzen beispielsweise von Sportler wie Christina Mohr, Kerstin Marxen, Lars Haferkamp, Marc Kowalinski oder Michael May.

Waldemar Hartmann, der dank seiner Fitness immer noch weitgehend selbstständig mit Frau Agnes in gemeinsamen Haus in Daun lebt, feiert am 7. Februar seinen 95. Geburtstag. Ohne ihn bräuchte man wohl keinen Gedanken an die Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen der LGV Ende 2022 verschwenden.