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Enttäuschung und Verständnis nach Marathon-Absage

Enttäuschung und Verständnis nach Marathon-Absage

Der Start beim weltgrößten Marathonlauf in New York sollte für viele Tausend Läufer aus aller Welt zum Höhepunkt ihrer Ausdauersportkarriere werden. Auch Sportler aus der Region sind von der kurzfristigen Absage des Rennens infolge des Wirbelsturms Sandy betroffen. Nicht starten konnte auch Deutschlands bekannteste Läuferin Sabrina Mockenhaupt.

Verständnis überall, aber auch große Enttäuschung bei denen, die am Sonntag beim New York Marathon dabei sein wollten. 35 Stunden vor dem Start wurde der wohl berühmteste Lauf über 42,195 Kilometer von Staten Island durch Brooklyn, Queens und die Bronx zum Central Park in Manhattan wurde das Rennen abgesagt. Mitte vergangener Woche hatten New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und Organisationsleiterin Mary Wittenberg noch betont, es werde ähnlich wie nach dem 11. September gelaufen. 2001 dokumentierte die Durchführung des New-York-Marathons die Stärke der Metropole. Doch diesmal schätzten die Verantwortlichen die Stimmung falsch ein. Allein am Startort forderte Sandy mehr als ein Dutzend Tote.

Unter den mehr als 45 000 Läufern, die am ersten Novembersonntag durch den Big Apple laufen wollten, waren auch einige aus der Region. Natürlich habe man Verständnis für die Absage, aber nicht so spät, äußerte sich Nicole Böhme-Laglasse aus Trier, die eine Volksfreund-Leserreise begleitet. Nachdem der Wirbelsturm zu Beginn vergangener Woche die Ostküste der USA verwüstet hatte, waren zunächst alle Flüge storniert worden. "Ich hatte alles schon wieder ausgepackt, als dann der Anruf kam, dass wir doch fliegen werden", erzählt Markus Epper. Große Freude, doch noch sein Marathondebüt feiern zu können. "Um so enttäuschender ist nun die Absage, die völlig überraschend und leider viel zu spät kam", sagt der 38-Jährige Trierer.

Welche Auswirkungen die Naturkatastrophe hatte, merkte Markus Burghardt bei der Anreise. Er musste mehrere Blocks vor seinem Hotel aus dem Taxi aussteigen. Das Benzin war ausgegangen. In New York wollte auch Sabrina Mockenhaupt ihren einzigen Marathon in diesem Jahr laufen. Mit der Belastung durch dieses Rennen hatte die 31-Jährige im Oktober ihren Startverzicht beim Bitburger-Silvesterlauf in Trier begründet. Jetzt könnte die dreimalige Siegerin des "deutschen São Paulo" wieder frühzeitig ins Training einsteigen.

Statt über die Straßen New Yorks liefen die Trierer am Sonntagmorgen mit mehreren Tausend anderen Marathontouristen durch den Central Park. "Das erzeugt Gänsehaut und macht Lust noch mal wieder zukommen", sagte Holger von Keutz. Einerseits sei es eine einzigartige Stimmung mit so vielen Läufern aus unterschiedlichen Nationen zu laufen, andererseits laufe auch viel Wehmut mit, resümierten Carly Ewen und Hans-Leo Frank. Den New-York-Marathon konnte der Trainingslauf nicht ersetzen.