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Examen statt Deutscher Meisterschaft

Examen statt Deutscher Meisterschaft

Vor zwei Jahren schrammte Kerstin Marxen als 800-Meter-Vierte bei der Hallen-DM der Leichtathleten knapp an einer Medaille vorbei. Wegen ihrer Examina liegt der sportliche Fokus der 27-Jährigen in diesem Jahr auf der Sommersaison.

Manderscheid/Tübingen. Die Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften am kommenden Wochenende finden ohne Beteiligung von Athleten aus der Region statt. Und auch bei den Erwachsenen eine Woche später in Dortmund ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass kein Leichtathlet aus der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region dabei ist. Nur die Manderscheiderin Kerstin Marxen hat sich qualifiziert. Als Dritte der süddeutschen Meisterschaften erfüllte die Pharmazie-Studentin, die für den baden-württembergischen Verein TSV Gormaringen startet, vor zwei Wochen in 2:09,83 Minuten die Norm für die Deutsche Meisterschaft (2:13,00). Aber ob sie startet, weiß Marxen noch nicht.
"Es kann sein, dass ich am 25. Februar meine erste Prüfung habe. Aber wenn ich erst zwei Wochen später dran bin, überlege ich es mir", erklärt die 27-Jährige. In diesem Winter stehen bei ihr die Studien-Examina im Vordergrund. "Die Hallensaison stand von Anfang an nicht im Fokus. Deshalb wird mir ein Verzicht auf die Hallen-DM nicht allzu schwer fallen. Draußen wäre es schlimmer", sagt Marxen.
Die zwölftbeste Zeit einer Deutschen auf den vier Hallenrunden erzielte Marxen beim einzigen Start auf ihrer Spezialstrecke. Auch auf Unter- und Überdistanz (400 Meter in 57,35 Sekunden und 1500 Meter in 4:36,41 Minuten) war sie flott unterwegs. "Ich habe die paar Hallenrennen gemacht, um einfach etwas Geschwindigkeit zu trainieren. Das fällt einem im Wettkampf doch einfacher, als im Training", erklärt sie.
800-Meter-Bestzeit knacken


Mit dieser Grundlage möchte sich die ehemalige Deutsche Jugendmeisterin, die vor ihrem Wechsel zu Bayer Leverkusen (dann LAV Tübingen, jetzt TSV Gormaringen) für die LG Vulkaneifel startete, auf die Freiluftsaison konzentrieren. "Nach den Prüfungen mache ich erst einmal piano und gehe nicht direkt ins praktische Jahr in eine Apotheke." Marxens sportliches Ziel: Die Verbesserung ihrer 800-Meter-Bestzeit von 2:05,29 Minuten. "Ich weiß, dass das noch nicht ausgereizt ist", sagt sie.
Erst einmal büffelt Marxen aber mehr, als zu laufen. Streng an einen Trainingsplan hält sich die ehemalige Cross-EM-Teilnehmerin nicht. Eine gute Phase beim Lernen unterbreche sie nicht fürs Training. "Ich nutze das Laufen, um runterzukommen", sagt sie. Und unterscheidet sich damit nicht von vielen Hobbyläufern.