Auf die Dosis kommt es an - Sport beugt Krankheiten vor

Auf die Dosis kommt es an - Sport beugt Krankheiten vor

Wie bei so vielem, kommt es auch in Sachen Sport auf die richtige Dosis an. Dann beugt körperliche Aktivität Krankheiten vor. Das erläutert AOK-Sportarzt und Laufportal-Kolumnist Winfried Schäfer

Im Alter und bei vielen chronischen Erkrankungen hat Sport und Bewegung positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Wird den Risikofaktoren, zu hoher Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen und Diabetes mellitus große Aufmerksamkeit geschenkt, so wird die körperliche Inaktivität als Risikofaktor, sehr stiefmütterlich behandelt und unterschätzt. Dabei ist der Bewegungsmangel bereits seit den 90er Jahren von der WHO als Risikofaktor anerkannt. Erfolgt die Behandlung der oben aufgeführten Erkrankungen meistens medikamentös - steht mehr sportliche Aktivität selten auf dem Rezept - dabei könnte mehr Bewegung die Krankheiten positiv beeinflussen.

Da Inaktivität und Bewegungsmangel krankmachende Faktoren sind, sollte bei allen Erkrankungen, angefangen bei Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Osteoporose, regelmäßige körperliche Bewegung verschrieben werden. Selbst bei Depressionen und Tumorleiden kann körperliche Aktivität zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt, den Heilungsverlauf erfolgreich unterstützen. Wichtig ist, dass die sportliche Aktivität , geplant, strukturiert, wiederholt und zielgerichtet durchgeführt wird, nur dann spricht man vom Training und den daraus resultierenden Anpassungserscheinungen. Wie z.b. verbesserte Lungenfunktion und verbesserter Zellstoffwechsel, Abnahme der Herzfrequenz, verbesserte Fließeigenschaften des Blutes, positive Auswirkungen auf den Zuckerstoffwechsel, die Insulinresistenz sinkt, der Fettstoffwechsel wird verbessert in dem Cholesterin und LDL-Cholesterin abnehmen und das HDL-Cholesterin zunimmt. Zusätzliche positive Effekte können für den Stütz- und Bewegungsapparat genannt werden. Krafttraining stimuliert nicht nur die Muskulatur sondern auch die Knochen vermehrt Kalk einzulagern. Gerade bei Osteoporose ist gesundheitsorientiertes Krafttraining sinnvoll, da die wiedergewonnene Kraft hilft Stürze, die äußere Ursache für Knochenbrüche, zu vermeiden.

Regelmäßige körperliche Aktivität führt nachweislich zu einer verbesserten Lebensqualität und dies ist oft wichtiger, als die durch sie bewirkte Lebens-verlängerung. Mehr Lebensqualität bedeutet auch mehr und längere Selbständigkeit im Alter, sowie bessere soziale Kontakte.

Die Trainingswirkung ist "Dosis"-abhängig, das heißt mit leichtem Training ist die Wirkung geringer, mit intensivem sportlichen Training deutlicher stärker ausgeprägt. Allerdings sollte man stets langsam beginnen, besonders Anfänger neigen dazu sich durch Training zu überfordern. Oft Joggen/Laufen sie zu schnell und legen zu wenige Pausen ein und beim Krafttraining werden zu schnell die Gewichte erhöht. Der Körper braucht aber Zeit um sich an eine Belastung zu gewönnen. Jeder der bisher keinen oder nur sehr wenig Sport betrieben hat, sollte vor Aufnahme des Trainings eine sportmedizinische Untersuchung beim Arzt durchführen lassen.

Winfried Schäfer, Sportlehrer/Sporttherapeut, AOK-Die Gesundheitskasse in Rhl-Pfalz.

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